GlaubenDas Buch zum Fest

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Der Triumph der Papstkirche trug den Keim des Niedergangs in sich, die klerikale Gewaltkultur entfremdete viele Gläubige: Folter unter den Augen der Inquisition auf  einem historischen Kupferstich.
Der Triumph der Papstkirche trug den Keim des Niedergangs in sich, die klerikale Gewaltkultur entfremdete viele Gläubige: Folter unter den Augen der Inquisition auf  einem historischen Kupferstich. (Foto: Scherl)

Wie wurde aus einer jüdischen Splittergruppe eine mächtige Massenreligion? In Peter Heathers eindrucksvoller Studie „Christentum“ kann man etwas über Gewalt und Konformismus lernen, was aktueller kaum sein könnte.

Von Johann Hinrich Claussen

Wer „das Christentum“ sagt, nimmt den Mund zu voll. Denn das damit Bezeichnete ist so vielfältig und gegensätzlich, dass es nicht unter einen Begriff im Singular passt. Leider folgt auf „das Christentum“ im allgemeinen Sprachgebrauch allzu oft „die Kirche“, so als gäbe es seit jeher nur diese eine Organisationsform: die doktrinär und disziplinär geschlossene, gesellschaftlich übermächtige Großinstitution. Deshalb nimmt man das neue Buch „Christentum. Aufstieg und Triumph einer Religion“ von Peter Heather skeptisch in die Hand. Doch zum Glück ist es gerade das Anliegen des Londoner Historikers, das im Titel angelegte Missverständnis gründlichst auszuräumen.

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