Im Herbst vergangenen Jahres veröffentlichte Peter Handke, seit 2019 Nobelpreisträger für Literatur, seine Notizbücher. Genauer jene aus den späten Siebzigerjahren. Und anders als in den durchgeformten, sorgsam abgewogenen Prosa- und Theatertexten hatte man den Eindruck, man hört den Dichter beim Denken zu, unmittelbar. Man las etwa Sätze wie diesen: „So lebe ich, tue das Gemußte, vermeide das Nicht-Gedurfte, und tue nebenbei dies und das.“ Diese milde Egozentrik bei der Selbstbeobachtung hat etwas seltsam Tröstliches – und sie wiederholt sich nun. Peter Handke hat ein neues Buch veröffentlicht, es heißt „Schnee von gestern, Schnee von morgen“. Schon auf der ersten Seite liest man: „Wort des Dichters: ,Die Große Kälte naht – oder auch nicht.‘“ Also entspannt man sich gleich mal. Trotz aller Sorgen.
Neuer Text von Peter HandkeVerzweiflung? Ihr könnt mich, alle!
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Ein Büchlein als Heilmittel gegen politische Hysterie: Der Literaturnobelpreisträger Peter Handke denkt in „Schnee von gestern, Schnee von morgen“ entspannt über die Unbill der Zeit nach.
Von Egbert Tholl
