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Literaturnobelpreis:Der Kontroverse um Peter Handke fehlt die historische Tiefenschärfe

Freier Fall: Bosnische Kroaten hatten die historische Brücke von Mostar 1993 zerstört. Drei Jahre später schauen Menschen einem Jungen zu, der von einer Behelfskonstruktion springt.

(Foto: ASSOCIATED PRESS)

Um aus dem aktuellen Literaturskandal eine umfassende Erinnerung an die Jugoslawienkriege zu machen, müsste man zugestehen, dass die deutsche Debatte damals von allzu gewissen Gewissheiten geprägt war.

Manchmal sind die grellen Töne hilfreich. Sie verlangen ein Innehalten, ein Stutzen, den Reflex "Kann das sein?" So musste es vor einigen Tagen jedem gehen, der mit Bob Dylans "Masters of War" groß geworden ist und den Titel las, unter dem der Schriftsteller Aleksandar Hemon in der New York Times die Verleihung des Literaturnobelpreises an Peter Handke kommentierte: "The Bob Dylan of Genocide Apologists" ("Der Bob Dylan unter den Völkermordapologeten"). Ist im Lager der Völkermordapologeten Platz für einen Dylan-Doppelgänger? Und was bedeutet es, dem Schriftsteller Peter Handke diesen Platz zuzuweisen?

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