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Perry Rhodan in der Analyse:Unterm Helm des Fortschritts

2300 Episoden, eine Milliarde verkaufter Hefte: Was eigentlich fasziniert an Perry Rhodan? Das darf jetzt wohl als erforscht gelten.

Ralf Dombrowski

Von Eckhard Schwettmann erwartet man keine Objektivität. Bevor er 1996 beim Pawel Moewig Verlag anfing, um zunächst als Marketing-Mann, dann als Verlagsleiter die Perry Rhodan Reihe auf Vordermann zu bringen, hatte der studierte Historiker aus Bochum seine Lehrjahre als Plattenpromoter und Journalist hinter sich gebracht.

Perry Rhodan

Behaftet mit dem Stigma des Trivialen, nun analytisch geliftet: Perry Rhodan

Unter seiner Ägide expandierten die Science-Fiction-Heftchen und Romane in Russland, China, Brasilien und den USA und schafften den medialen Anschluss an den PC-, CD- und Hörbuchmarkt. Zwar hat er inzwischen den Arbeitgeber gewechselt. Seinem sorgsam gehegten Serienhelden und dessen ¸¸Perryversum" hält er jedoch mit wohlwollender Loyalität die Treue.

Man kann daher von Eckhard Schwettmann keine Objektivität erwarten, und das ist auch gut so. Denn aller Wahrscheinlichkeit nach wäre das schrecklich langweilig. Man würde dann wohlmöglich etwas über Eskapismus lesen, über zwar humanistisch ambitionierte, aber im Kern naive Gegenweltentwürfe zu den Aporien der Gegenwart, wahrscheinlich auch einiges über erzählstrukturelle Einfalt, sich wiederholende Motivmuster, über Hermetisierung der Sprache und stilistische Schlichtheit.

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