PEN Kongress:Die Wahrheit und ihre Feinde

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Von der "Unwilligkeit, informiert zu denken": Jan Philipp Reemtsma bei seiner Eröffnungsrede des PEN Kongresses. (Foto: Maximilian Gödecke)

Eigentlich wollte der PEN Deutschland in Hamburg sein 100. Bestehen feiern. Dann tauchte ein Brief mit Vorwürfen gegen das Präsidium auf, darunter: Mobbing, Unfähigkeit und Feigheit. Herrje.

Von Till Briegleb

Als der Germanist und Philantrop Jan Philipp Reemtsma am Donnerstag zum 100-jährigen Bestehen des Schriftstellervereins PEN Deutschland in Hamburg die Festrede hielt, widmete er sich zwei subtilen Formen der Gegenaufklärung: der Phrase und der reflexhaften Meinung. Ausgehend von einer kleinen Schrift Christoph Martin Wielands, in der dieser sich im Jahr der Französischen Revolution der Frage widmete: „Was ist Aufklärung?“, sprang Reemtsma in die Gegenwart und machte sich Gedanken über jene Formen des öffentlichen Sprechens, bei denen offensichtlich nichts Falsches gesagt werde, die dabei aber trotzdem fahl und unangenehm wirkten – weil sie nur Phrasen benutzten, die eine „Unwilligkeit, informiert zu denken“ ausdrücken.

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