Paul-Gauguin-Ausstellung in Berlin:Laufende Ermittlungen

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Paul-Gauguin-Ausstellung in Berlin: 1892 malte Paul Gauguin "Parau Api. Gibt´s was Neues?"

1892 malte Paul Gauguin "Parau Api. Gibt´s was Neues?"

(Foto: Elke Estel/Hans-Peter Klut/Albertinum|GNM/Staatliche Kunstsammlungen Dresden)

War Paul Gauguin ein einzigartiger Tropenmaler, ein kolonialer Sextourist oder beides? Eine Ausstellung in der Berliner Nationalgalerie untersucht den Fall.

Von Peter Richter

War er ein wegweisender Künstler der Moderne oder das, was man heute "pädophiler Sextourist" nennt? Selbstverständlich geht es in einer Ausstellung, die "Paul Gauguin - Why Are You Angry?" heißt, auch um die Frage, ob man nicht sogar und schreiben müsste, statt oder. Berühmte, wertvolle, gern gesehene und gern ausgestellte Bilder eines Paradieses im Zuge des Verlorengehens und ein gemalter Kolonialherrenwitz? Oder doch oder? Zumal ja die Darstellungen von melancholisch dreinblickenden Südseefrauen oft noch bedeutungsvoll mit Fragesätzen in deren tahitianischer Landessprache als Titeln garniert sind, "Parau Api" zum Beispiel: "Gibt's was Neues?" Gute Frage. Denn es gilt nun wirklich schon seit geraumer Zeit, dass es wenige Künstler geben dürfte, die zu so extremen Bewertungen eingeladen haben, wie der Franzose Paul Gauguin.

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