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Pius IX.:"Ich bin die Kirche!"

Ewig im Recht? Pius IX.war von 1846 bis zu seinem Tod im Jahr 1878 Papst.

(Foto: imago)

Unter Pius IX. wurde in Rom die Unfehlbarkeit des Papstes festgelegt. Der Historiker Hubert Wolf schildert, wie der Papst nie dagewesene "Traditonen" erfinden und sich die Rolle des Ewigen Hirten schreiben ließ.

Von Rudolf Neumaier

Beim Feiern lässt die katholische Kirche selten eine Gelegenheit aus. Ob es des 500. Jahrestages der ersten Messe in Argentinien zu gedenken gilt, ob auf das hundertjährige Bestehen einer Provinzpfarrkirche oder das vierzigjährige der Berufsgemeinschaft der Pfarrhaushälterinnen anzustoßen ist - runde Anlässe rechtfertigen von Buenos Aires bis Ursulapoppenricht Festmessen und bischöfliche Lobesworte. Vor diesem 18. Juli aber ist es erstaunlich ruhig geblieben. Vor genau 150 Jahren ist in Rom das Dogma "Pastor aeternus" verkündet worden. Es legt die Infallibilität fest, die Unfehlbarkeit des Papstes. Zum Feiern ist offenbar niemandem zumute. Ein ähnliches Verständnis vom Amt des Oberhauptes kennt allenfalls die Verfassung von Nordkorea, wo der Herrscherkult jede Religion substituiert.

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