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Oper:Die Liebe ist ein ewiges Trauerspiel

Aus dem Geist der Mysterienspiele: Sonya Joncheva als Desdemona mit Stuart Skelton als Otello.

(Foto: Lucie Jansch)

Ein Bett und ein Dolch: Zubin Mehta und Robert Wilson führen Verdis "Otello" in Baden-Baden auf.

Da stehen sie, in ihrer Unnahbarkeit und Einsamkeit wie eingefroren auf der grundsätzlich schwarzen und dunklen Bühne, die hinten und vorne nur von einer hell leuchtenden Lichtröhre begrenzt wird. Er, der alternde Kriegerheld Otello, in Rüstung und ganz in schwarz. Und sie, die lebenshungrige, junge Desdemona, eine herbe und heutige Frau, ganz in weiß. Keine Berührung, keine spontane Bewegung, keine Zärtlichkeiten gibt es den ganzen Abend lang. Und auch keine Requisiten bis auf Bett, Dolch und die im Scherenschnitt gezeigten berühmten Doppelbögen der Mezquita, der berühmen Moschee in Córdoba. Die Bögen stehen für die islamische Bedrohung in diesem Stück, die in dieser Aufführung als grundsätzliche Bedrohung menschlicher Existenz begriffen wird. So geht das dann drei Stunden lang, die sich düster zum Liebes- und Eifersuchtsdoppelmord hinschieben.

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