Tausende Säcke stapeln sich in dem Festsaal, auf den Herdstellen, zwischen Urinalen und Lebensmitteln. Was Büchel für die Stasiaufarbeitung mühsam rekonstruiert hat, bekommt er von der Demokratie-Messe frei Haus geliefert: Die Stände der Politesoteriker werden so konserviert, wie sie nach dem Ende des Stelldicheins verlassen wurden.

Die große Krise innerdeutscher Solidarität und der Monotheismus des Konsums, die Büchel uns hier als unsere "Grammatik" vorführt, finden hinter dem Schild von MäcGeiz ein herrliches Muster moderner Tristesse.

Und auch das Monumentale der Inszenierung ist ja dem deutschen Wesen nicht ganz fremd. Als großer Freizeitpark "Deutsche Gefühle" sollte diese Ausstellung unbedingt ins touristische Busprogramm aufgenommen werden.

Christoph Büchel, "Deutsche Grammatik", Fridericianum Kassel, bis 16. November. Info: Tel. 0561 / 707 27 20.

Foto: dpa

9. September 2008, 14:432008-09-09 14:43:00 ©