Oscar-Preisträger Miyazaki verabschiedet sich vom Film

Für seine Fans aus aller Welt ist es eine traurige Überraschung: Der japanische Regisseur Hayao Miyazaki, bekannt für preisgekrönte Animationsfilme, geht in den Ruhestand. "The Wind Rises", sein Beitrag zum Wettbewerb beim Filmfest Venedig, dürfte sein letzter sein.

Oscar-Preisträger Hayao Miyazaki will keine Filme mehr drehen. Der japanische Regisseur werde in Rente gehen, erklärte der Präsident der Ghibli-Studios, Koji Hoshino, am Sonntag bei den Filmfestspielen Venedig. Gründe nannte er nicht, Miyazaki selber war nicht anwesend.

Der 72-Jährige feierte mit Animationsfilmen wie "Das wandelnde Schloss" weltweit Erfolge. Seine "Prinzessin Mononoke" war 1997 der damals erfolgreichste japanische Film aller Zeiten.

Schon einmal, Ende der neunziger Jahre, hatte Miyazaki seinen Rückzug vom Regiestuhl angekündigt, um dem Nachwuchs Platz zu machen. Den damaligen Entschluss hielt er aber nicht durch und kam erfolgreicher denn je zurück: Für "Chihiros Reise ins Zauberland" gewann Miyazaki 2002 den Goldenen Bären bei der Berlinale und 2003 einen Oscar

Immer wieder prägte das Fliegen die Filme des Sohns eines Tokioter Flugzeugunternehmers. So auch sein aktuelles Werk "The Wind Rises", der nun im Wettbewerb von Venedig läuft.

Darin erzählt Miyazaki von Jiro Horikoshi, der schon als Kind davon träumt, ein Flugzeug zu entwerfen. Das gelingt ihm schließlich - wurde dann aber unter anderem für den Angriff auf Pearl Harbor eingesetzt. Miyazaki macht dabei durch mehrere Szenen auch klar, dass er seinen Protagonisten nicht nur als Held, sondern im Kontext der Zerstörung und des Krieges sieht.

Um die Geschichte gab es in den vergangenen Wochen heftige Kontroversen in seiner Heimat. Japans Ultrarechte warfen Miyazaki vor, "anti-japanisch" und "ein Verräter" zu sein. Der Regisseur hatte wiederholt erklärt, die Ultrarechten hätten das Flugzeug zur Kompensierung ihres "Minderwertigkeitskomplexes" missbraucht. Miyazaki ist als vehementer Kriegsgegner bekannt.