4213 Zigarettenstummel, mit Lippenstift beschmiert, wie in einem Insektenkasten drapiert und beschriftet. Es ist ein beklemmendes Sinnbild einer Obsession, das Orhan Pamuk bereits Jahre vor dem ersten geschriebenen Wort vor Augen hatte. „Ich wollte die Geschichte eines Mannes schreiben, der so verliebt ist, dass er alles sammelt, was seine Geliebte berührt“, sagt Orhan Pamuk. Er sitzt in der Wohnung, in der er aufgewachsen ist, die heute sein Büro ist, in Nişantaşı, einem Shoppingviertel auf der europäischen Seite Istanbuls. Romane wie „Rot ist mein Name“, „Das schwarze Buch“ und „Schnee“ machten Orhan Pamuk international bekannt. Den Literaturnobelpreises 2006 begründete das Komitee damit, dass er neue Sinnbilder für Streit und Verflechtung der Kulturen gefunden habe.
Orhan Pamuk„Ich habe Liebe nie als ausschließlich süß und schön erlebt“
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Mit dem „Museum der Unschuld“ wurde der erste Roman des Literaturnobelpreisträgers Orhan Pamuk verfilmt – ausgerechnet als Netflix-Serie. Ein Gespräch über die Angst vor Kontrollverlust, die USA als „kleine Türkei“ und das Istanbul aus einer anderen Zeit.
Interview von Simone Kamhuber
