Opernpremiere in Berlin Zauberer in der Wüste

Barrie Kosky inszeniert Schönbergs "Moses und Aron" an der Komischen Oper als ein Chorspektakel von grandioser Wucht.

Von Wolfgang Schreiber

Wir finden doch immer was, um uns einzureden, dass wir existieren, nicht wahr, Didi" - "Ja ja, wir sind Zauberer". Die Worte zucken und ruckeln hin und her, auf schwarzer Bühnenwand vor Beginn der Oper, ehe sie als Geschwafel der Spaßvögel Estragon und Wladimir aus Becketts "Warten auf Godot" erkennbar werden. Warten auf Moses und Aron? Existenzialistischer Witz contra sprödes Gedankendrama? Regisseur Barrie Kosky sieht die beiden Beckett-Clowns hinter den biblischen Brüdern lauern, die mit Zaubereien ihr jüdisches Volk verführen ...