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Oper:Spiegel der Gegenwart

Zürich Cosi fan tutte

Fiordiligi (Ruzan Mantashyan, links) und Dorabella (Anna Goryachova) mit den schauspielernden Doubles ihrer Verlobten (Francesco Giuglielmino und David Schwindling).

(Foto: Monika Rittershaus)

Der Regisseur Kirill Serebrennikov steht in Moskau wegen angeblicher Unterschlagung unter Hausarrest. Von dort aus inszenierte er jetzt Wolfgang Amadeus Mozarts Oper "Così fan tutte" für Zürich.

Am Ende bekommt das Fernsehteam doch noch etwas von dem zu filmen, weswegen es im Opernhaus Zürich ist. Kirill Serebrennikov, der Regisseur dieser Premiere von Mozarts "Così fan tutte", steht seit August 2017 in Moskau unter Hausarrest. Gegen ihn werden äußerst absonderliche Korruptionsvorwürfe erhoben, am 7. November beginnt sein Prozess. Und doch findet diese Premiere statt, dank eines Regieteams, das offenbar minutiös seine Anweisungen umgesetzt hat. Dieses Team kommt zum Applaus in T-Shirts auf die Bühne, darauf Serebrennikovs Konterfei und die Worte "Free Kirill". Auch die sechs Gesangssolisten tragen beim Applaus diese T-Shirts, die russische Sängerin der Dorabella, Anna Goryachova, vor ein paar Jahren fest in Zürich im Ensemble, streichelt das Abbild des Gesichts, fügt dem stummen Protest fast eine Liebeserklärung hinzu. Zuvor hat sie eine fabelhafte sängerische und darstellerische Leistung abgeliefert. Ihr Dank und auch der kaum minder euphorische ihrer ebenso umwerfenden Kollegin Ruzan Mantashyan (Fiordiligi) ist berechtigt: Serebrennikovs Arbeit ist eine der aufregendsten "Così"-Inszenierungen der letzten Jahre.

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