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Oper beim Kirchentag:Parabel über Leben eines Nazi-Gegners

Vom Ende der Unschuld

Protagonisten in der Oper "Vom Ende der Unschuld" über das Leben Dietrich Bonhoeffers

(Foto: dpa)

Auf dem Evangelischen Kirchentag feiert die Oper "Vom Ende der Unschuld" über das Wirken von NS-Widerstandskämpfer Dietrich Bonhoeffer Premiere.

Die Oper "Vom Ende der Unschuld" über den evangelischen Theologen und Widerstandskämpfer Dietrich Bonhoeffer (1906-1945) ist am Donnerstagabend auf dem Evangelischen Kirchentag in Hamburg uraufgeführt worden.

Das Premierenpublikum spendete am Ende der Aufführung langanhaltenden Applaus für die Regisseurin Kirsten Harms sowie die 9 Solisten und etwa 250 Profi- und Laienmusiker. Es war das erste Mal, dass der Kirchentag eine Oper in Auftrag gegeben hatte.

Die Oper ist eine Parabel über Leben und Theologie Bonhoeffers, der von den Nationalsozialisten ermordet wurde. Er wird dabei jedoch nicht namentlich genannt.

Im Mittelpunkt der Handlung stehen die ungleichen Geschwister Germa (Julia Henning) und Heman (Ferdinand von Bothmer), denen ein vermeintlicher Heilsbringer (Krzysztof Szumanski) verkündet, er wolle sie retten. Nur Heman, der unverkennbar Züge Bonhoeffers trägt, erkennt die Willkür und Zerstörungswut und widersetzt sich ihm mutig.

Der Komponist Stephan Peiffer verknüpft alte mit neuer Musik. So klingt ein Hymnus von Heinrich Schütz genauso an wie ein Humperdinck-Motiv, Modernes wie Mahler und Schostakowitsch sowie zeitgenössische Töne.