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Musik:"Ich wollte immer androgyne Klänge schaffen"

Olga Neuwirth

Ästhetik der Vielfalt: Die Komponistin Olga Neuwirth

(Foto: Harald Hoffmann)

"Orlando", das neue Werk der Komponistin Olga Neuwirth, ist die erste abendfüllende Oper einer Frau an der Wiener Staatsoper. Ein Gespräch über die Konventionen des Betriebs, Stereotype und die Travestie des Klanges.

Interview von Reinhard J. Brembeck

Olga Neuwirth, geboren 1968 in Graz, ist eine der berühmtesten Komponistinnen der Welt. Noch nie hat sie die Grenzen der Klassik akzeptiert, hat Jazz und Pop in ihre Musik integriert, hat auch Malerei und Film studiert. Berühmt wurde sie mit den Opern, die sie zusammen mit Elfriede Jelinek schuf: "Bählamms Fest" und "Lost Highway". Im Jahr 2004 wollten die beiden eine Kinderschändergeschichte an der Pariser Opéra und der Wiener Staatsoper herausbringen, das Libretto wurde abgelehnt, und Jelinek, die kurz danach den Literaturnobelpreis erhielt, wandte sich entnervt von der Oper ab. An diesem Sonntag hat an der Wiener Staatsoper Neuwirths zweieinhalbstündige Oper "Orlando" Premiere, nach Virginia Woolfs legendärem Roman. Der erzählt die sich über 300 Jahre erstreckende Geschichte eines nicht alternden Jünglings, der sich in eine Frau verwandelt. Es ist die erste abendfüllende Oper von einer Frau an der Wiener Staatsoper.

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