Der Mann liegt auf dem Tisch. Er trägt weiße Socken, sonst nichts. Ein Blumengebinde in Höhe der Leibesmitte verhüllt gnädig das Nichts. Außerdem steht ein Stück Kuchen auf dem Tisch. Dazu ist auf dem garagengroßen Werbeschild vor dem Möbel-Outlet in der Gewerbesteppen-Tristesse des Münchner Nordens der Text zu lesen: „Und was erwartet dich zu Hause?“ Für das Zuhause als Ort der Sehnsucht mitten im ostentativ ortlosen Euro-Industriepark zu werben: Das ist eine Idee, wie sie nur das surreale Marketing hervorbringt.
ArchitekturDas schönste Haus am Platz
Lesezeit: 4 Min.

In München steht seit zwei Monaten eines der größten Obdachlosenzentren Deutschlands. Unerhört: Es ist ein schönes Gebäude geworden.
Von Gerhard Matzig
