Obama als Spiderman-Comic-Held:Danke schön, Partner

Ein böser Superheld nutzt in Gestalt von Obama dessen Amtseinführung, um an die Macht zu kommen. Leider kann man Obama im neuen Spiderman-Comic aber kaum erkennen. Die Bilder.

Alex Rühle

1 / 6
(Foto: N/A)

Die Amtseinführungs-Party für Barack Obama ist schon jetzt das Event des Jahres, die Tickets werden für bis zu 6000 Dollar gehandelt. Viele Washingtoner bekamen in letzter Zeit Anrufe von Verwandten und Bekannten, von denen sie nie zuvor gehört hatten, ob nicht noch ein Bett frei sei. Jeder will dabei sein, wenn der 44. Präsident der USA vereidigt wird. Der Publizist Michael Levine schreibt, dieser Hype lasse sich mit nichts zuvor vergleichen. "Clinton badete im Ruhm der Stars; hier ist es umgekehrt: Die Stars baden in Obamas Ruhm." Jetzt versuchen sogar noch Marvels Superhelden in seiner Aura heller zu strahlen: Am Mittwoch erscheint ein Spiderman-Sonderheft, auf dessen Titel Obama prangt. Im Hintergrund seilt sich Spiderman kopfüber ab und fragt: "Hey, wenn du es auf meinen Titel schaffst, kann ich dann auf die Dollarnote?"Text: Alex Rühle (SZ vom 13.1.2009/rus)Alle Fotos: Reuters

2 / 6
(Foto: N/A)

In der sechsseitigen Geschichte dazu bemerkt der Fotograf Peter Parker, dass der böse Superheld Chameleon in der Gestalt von Obama dessen Amtseinführung nutzen will, um selbst an die Macht zu kommen. Parker verwandelt sich in Spiderman und springt Obama bei, der sich dann bei ihm als seinem "Partner" bedankt. So reden Superheroes unter sich.

3 / 6
(Foto: N/A)

Nun tauchten zwar öfters schon Präsidenten in Marvel-Comics auf. Während des Zweiten Weltkriegs sprangen verschiedene Superhelden Franklin D. Roosevelt im Kampf gegen Hitler bei. John F. Kennedy half Clark Kent seine Identität zu schützen. "Wenn ich dem Präsidenten nicht vertrauen kann, wem dann?", fragte Superman damals. Die Ausgabe war kurz vor den Schüssen von Dallas gezeichnet worden. Als sie ausgeliefert wurde, war Kennedy schon tot. In späteren Jahren tauchten die Präsidenten dann aber stets als eher zwiespältige Charaktere auf. George W. Bush wurde kurz nach dem 11. September gar als trinkender Vollprolet gezeichnet, der scharf darauf ist, Nuklearraketen abzufeuern.

4 / 6
(Foto: N/A)

Einige Blogger behaupten nun, der Bush-Comic und das Sonderheft für Obama seien Beweise dafür, dass der Marvel-Verlag fest in linker Hand sei. Marvel ließ daraufhin verlauten, der Sonderband sei völlig unpolitisch, man habe Obama nur als bekennendem Marvel-Fan einen Gruß widmen wollen.

5 / 6
(Foto: N/A)

Obama sammelte früher Marvel-Comics und behauptete im Wahlkampf, Spiderman sei wegen seiner "inneren Zerrissenheit" immer sein großer Held gewesen. Außerdem liebte er "Conan, der Barbar". Der kann ihm bei seiner Vereidigung schlecht zu Hilfe kommen, ist dessen Alter Ego doch ein kalifornischer Republikaner.

6 / 6
(Foto: N/A)

Bleibt die Frage, warum man Obama außer auf dem Titelbild beim besten Willen nicht erkennt. Der gezeichnete Präsident ist zwar schwarz und schlank, aber das kantige Gesicht würde kein Mensch als das des Präsidenten identifizieren. Wird da am Ende des Comicstrips also doch ein Doppelgänger vereidigt?

© SZ - Rechte am Artikel können Sie hier erwerben.
Zur SZ-Startseite

Lesen Sie mehr zum Thema

Jetzt entdecken

Gutscheine: