Ein Mann im Dunkel, er sitzt in einem rappelvollen Kinosaal und starrt gebannt auf die Leinwand. In den Gläsern seiner Sonnenbrille, die er offenbar niemals absetzt, draußen wie drinnen, spiegelt sich die letzte Szene des Films: Ein Junge läuft durch die Wellen einen Meeresstrand entlang, ein fröhliches Lachen liegt in seinem Gesicht, der Blick ist nach vorn gerichtet, in eine neue Freiheit. Er hat es geschafft, er wird seinen Weg machen. Es ist das Ende von „Sie küssten und sie schlugen ihn“/„Les 400 Coups“, dem ersten Film von François Truffaut. Der Junge ist Antoine Doinel, Held (und Alter Ego) Truffauts, verkörpert (in diesem und später in vier weiteren Filmen) von Jean-Pierre Léaud. Es ist das Festival von Cannes im Jahr 1959, und der Film hat gerade das gesamte Publikum in seinen Bann gezogen, der alte Meister Jean Cocteau ist auch da und hat den jungen Léaud zu seinem Protegé gemacht.
FilmWer das Kino liebt, muss diesen Film sehen
Lesezeit: 5 Min.

Richard Linklater erzählt in seiner Komödie „Nouvelle Vague“ von den Dreharbeiten zu Jean-Luc Godards Klassiker „Außer Atem“. Eine zauberhafte Zeitreise ins verrauchte Paris der Fünfziger.
Von Fritz Göttler
