Er war einmal der Lieblingsjünger von Hannah Arendt, ein junger Mann aus Brooklyn, der sich aus eigener Kraft aus der Herkunftsarmut ins Reich des Geistes emporgearbeitet hatte. Als Arendt 1959 argumentierte, der Staat sei nicht zuständig, die Rassentrennung wie in Little Rock aufzuheben, lehnte die Partisan Review den Abdruck dieser Überlegungen ab – doch Norman Podhoretz druckte sie im konkurrierenden Commentary. Vier Jahre später wurde Arendt Opfer eines Muttermords, als Podhoretz auf ihr Porträt Adolf Eichmanns als Inbild der „Banalität des Bösen“ mit dem Vorwurf reagierte, sie habe dabei eine „Perversion von Brillanz“ bewiesen.
NachrufEr träumte vom vierten Weltkrieg
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Norman Podhoretz verkrachte sich mit seinen linken Freunden und wurde zum Vordenker der Neocons, der den „Islamofaschismus“ bekämpfen wollte. Am Ende seines bewegten Lebens musste auch er sich mit Donald Trump abfinden.
Von Willi Winkler
