Academy Awards 2016:"The Revenant" und "Mad Max" sind die Oscar-Favoriten

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Leonardo DiCaprio in "The Revenant"

Bekommt er dieses Mal den Oscar: Leonardo diCaprio in "The Revenant".

(Foto: AP)

Der fünfte Anlauf: Leonardo DiCaprio darf sich erneut Hoffnungen auf den Filmpreis machen. In den Schauspielerkategorien sind einmal mehr nur weiße Darsteller nominiert.

Der mexikanische Regisseur Alejandro González Iñárritu könnte nach "Birdman" im vergangenen Jahr diesmal mit "The Revenant - Der Rückkehrer" triumphieren. Das im Wilden Westen angesiedelte Rachedrama geht mit zwölf Nominierungen als Favorit ins Rennen um die Oscars 2016. Neben Hauptfigur Leonardo diCaprio ist auch Nebendarsteller Tom Hardy für seine Verkörperung des Bösewichts für den Academy Award nominiert. Weitere Nominierungen ergatterte der Film in den technischen Kategorien wie "Beste Kamera" oder "Bester Schnitt", was auf eine breite Unterstützung des Films bei allen Wählern der Academy of Motion Picture Arts and Sciences hindeutet.

Der Endzeitfilm "Mad Max: Fury Road" darf sich in zehn Kategorien Hoffnungen auf den wichtigsten US-Filmpreis machen, wie die Academy am Donnerstag mitteilte. Verliehen werden die Oscars am 28. Februar.

Sowohl "The Revenant" als auch "Mad Max: Fury Road" sind für den "Besten Film" nominiert. Die übrigen sechs Nominierten in der Königskategorie sind "The Big Short" über die Immobilienkrise in den USA, das Spionage-Drama "Bridge of Spies - Der Unterhändler", "Brooklyn - Eine Liebe zwischen zwei Welten" über eine irische Immigrantin in den USA, die Science-Fiction-Dramödie "Der Marsianer - Rettet Mark Watney", das Drama "Raum" und die dramaturgische Filmbiografie "Spotlight" über eine Gruppe von Investigativreportern, die den Missbrauchsskandal in der katholischen Kirche in den USA aufdecken.

Bereits bei den Golden Globes hatte Iñárritus "The Revenant" drei Preise abgeräumt - für das beste Filmdrama, für Leonardo DiCaprio als den besten Hauptdarsteller und für die beste Regie.

In den Schauspielerkategorien sind einmal mehr nur weiße Darsteller nominiert. Die Oscar-Akademie war bereits im vergangenen Jahr dafür kritisiert worden, dass kein einziger schwarzer Schauspieler zu den Nominierten zählte. Damals hatten Experten David Oyelowo für seine Darstellung des schwarzen Bürgerrechtlers Martin Luther King in dem Drama "Selma" eine herausragende Leistung attestiert, doch Oyelowo war nicht in der Auswahl.

Hoffnungen auf den Preis als "Bester Hauptarsteller" dürfen sich neben DiCaprio auch Matt Damon ("Der Marsianer - Rettet Mark Watney"), Bryan Cranston ("Trumbo"), Michael Fassbender ("Steve Jobs") und Eddie Redmayne ("The Danish Girl") machen. DiCaprio, der bereits zum fünften Mal für einen Oscar nominiert ist, hofft die Trophäe nun endlich zu gewinnen. Redmayne hatte den Acacemy Award im vergangenen Jahr für die Darstellung des britischen Physikers Stephen Hawking in "Die Entdeckung der Unendlichkeit" erhalten.

Um den Oscar für die "Beste Hauptdarstellerin" kämpfen mit Cate Blanchett ("Carol") und Jennifer Lawrence ("Joy - Alles außer gewöhnlich") zwei Schauspielerinnen, die im Dolby Theater, dem Ort der Oscar-Zeremonie, bereits bestens bekannt sind. Blanchett ist nun zum siebten Mal für den Oscar nominiert und gewann ihn zwei Mal, während Lawrence auf vier Nominierungen und einem Sieg kommt. Ebenfalls im Rennen liegen Saoirse Ronan ("Brooklyn - Eine Liebe zwischen zwei Welten") und - als erfreuliche Überraschung - Charlotte Rampling ("45 Years"). Als Favoritin gilt jedoch Brie Larson (26), die mit ihrer Rolle in dem Mutter-Sohn-Drama "Raum" schon den Golden Globe gewann.

Für Deutschland war die Verkündung der Nominierungen eher eine Pleite. Der deutsche Film "Im Labyrinth des Schweigens" von Regisseur Giulio Ricciarelli schaffte es nicht in die Endrunde um den "Auslands"-Oscar. Nur "Alles wird gut" von Patrick Vollrath hat in der Sparte "Live-Action-Kurzfilm" eine Chance.

Großer Verlierer der Nominierungsreigens ist Ridley Scott. Denn obwohl "Der Marsianer" sieben Oscar-Chancen hat, ist der Brite in der Kategorie "Beste Regie" nicht im Rennen. Scott, der den Regie-Oscar trotz seiner von Erfolgen gekrönten Karriere ("Blade Runner", "Gladiator", "Exodus") noch nie zugesprochen bekam, wird also auch dieses Mal leer ausgehen.

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