Oscar-Nominierungen 2015 "Grand Budapest Hotel" und "Birdman" sind die Favoriten

Michael Keaton in einer Szene von "Birdman". Die Satire ist in der Kategorie "Bester Film" für den Oscar nominiert.

(Foto: AP)

Neun Chancen auf die goldene Statue - "Birdman" und "Grand Budapest Hotel" gelten als aussichtsreichste Kandidaten für die Oscars. Auch Wim Wenders darf sich Hoffnungen machen.

Der in Deutschland gedrehte Film "Grand Budapest Hotel" ist neben der Komödie "Birdman" Favorit für die diesjährigen Oscars. Die deutsch-britisch-amerikanische Koproduktion ist gleich für neun der wichtigsten Filmpreise der Welt nominiert. Auch "Birdman" kommt auf neun Nennungen, dahinter folgt mit "The Imitation Game - Ein streng geheimes Leben" (acht Nominierungen) mit Benedict Cumberbatch. Der Golden-Globe-Gewinner "Boyhood" hat ebenso wie Clint Eastwoods Biopic "American Sniper" sechs Nominierungen.

Die Oscars werden am 22. Februar verliehen.

Die fünf Filme mit den meisten Nominierungen schafften es auch alle in die Königsdisziplin - den Oscar für den besten Film. Die anderen drei Beiträge in dieser Kategorie sind "Die Entdeckung der Unendlichkeit" über das Leben des Physikers Stephen Hawking (insgesamt fünf Nominierungen), das Bürgerrechtsdrama "Selma" (zwei) und das Musikdrama "Whiplash" (fünf).

Die schräge Groteske "Grand Budapest Hotel" mit einer eindrucksvollen Besetzung großer Namen, der etwa Ralph Fiennes, Jude Law, Bill Murray und Edward Norton angehören, ist aus Deutschland mitproduziert und zum großen Teil in der niederschlesischen Stadt Görlitz gedreht. Der Film von Regisseur Wes Anderson ("Moonrise Kingdom") hatte am Sonntag bereits den Golden Globe als beste Komödie gewonnen.

Golden Globes 2015

Triumph auf leisen Sohlen

Den Golden Globe hatte "Birdman" verpasst, bei den Kritikern war der Film aber ein Liebling. Michael Keaton spielt darin einen alternden Schauspieler, der Probleme mit dem wirklichen Leben bekommt. Der Film des mexikanischen Regisseurs Alejandro González Iñárritu hatte bei den Golden Globes sieben Nominierungen, gewann aber nur zwei Preise.

"Boyhood" hatte drei Globes gewonnen und bekam nun sechs Oscar-Nominierungen, fast alle in den Hauptkategorien, unter anderem für den besten Film und die beste Regie. Richard Linklater begeisterte die Kritiker mit seinem über zwölf Jahre laufenden Projekt: Mit den gleichen Darstellern zeigt er das Erwachsenwerdeneines anfangs sechs Jahre alten Jungen.

Als Bester Film sind folgende Kandidaten nominiert:

Bei den Frauen wurden Julianne Moore und Reese Witherspoon genannt. Auch Rosamund Pike, Marion Cotillard und Felicity Jones wurden nominiert. Bei den Männern konkurrieren zwei Londoner - Benedict Cumberbatch und Eddie Redmayne - mit Michael Keaton, Steve Carell und Bradley Cooper.

Bei den Nebendarstellern können, unter anderem, Meryl Streep und Keira Knightley sowie Robert Duvall und Ethan Hawke gewinnen.

Einen deutschen Aspekt gibt es bei mindestens zwei weiteren Nominierungen. Wim Wenders könnte einen Oscar in der Sparte "Beste Dokumentation" gewinnen. Er wurde für "Das Salz der Erde" über den brasilianischen Fotografen Sebastião Salgado genannt. Zweimal war er schon nominiert, für "Buena Vista Social Club" und für "Pina". Gewonnen hat er ihn aber noch nie. Auch dieses Jahr ist die Kokurrenz für ihn groß: Würde er sich gegen Laura Poitras' "Citizenfour" über Edward Snowden durchsetzen, wäre das ein großer Erfolg.

Allerdings wäre die Auszeichnung von "Citizenfour" mit dem Academy Award aus deutscher Sicht ebenfalls erfreulich. Die Doku wurde nicht nur in Berlin fertiggestellt, sondern von der Berliner Produktionsfirma Praxis Films unter der Beteiligung von Regisseurin Poitras sowie der Produzenten Mathilde Bonnefoy und Dirk Wilutzky produziert. Der Bayerische und Norddeutsche Rundfunk fungierten als Koproduzenten.

Hans Zimmer kann 21 Jahre nach "Der König der Löwen" seinen zweiten Oscar gewinnen, diesmal für "Interstellar". Der Frankfurter lebt seit den Achtzigerjahren in Hollywood und gilt als einer der erfolgreichsten Komponisten für Filmmusik ("Gladiator", "Rain Man") weltweit. Er war bereits sieben Mal im Rennen für den Oscar.

Die Nominierungen lauten:

Beste Regie: Richard Linklater ("Boyhood") - Alejandro Gonzalez Inarritu ("Birdman") - Wes Anderson ("The Grand Budapest Hotel") - Morten Tyldum ("The Imitation Game") - Bennett Miller ("Foxcatcher")

Bester Hauptdarsteller: Michael Keaton ("Birdman") - Eddie Redmayne ("Die Entdeckung der Unendlichkeit") - Benedict Cumberbatch ("The Imitation Game") - Steve Carell ("Foxcatcher") - Bradley Cooper ("American Sniper")

Beste Hauptdarstellerin: Julianne Moore ("Still Alice") - Reese Witherspoon ("Wild") - Felicity Jones ("Die Entdeckung der Unendlichkeit") - Rosamunde Pike ("Gone Girl") - Marion Cotillard ("Zwei Tage, eine Nacht")

Bester Nebendarsteller: J. K. Simmons ("Whiplash") - Edward Norton ("Birdman") - Mark Ruffalo ("Foxcatcher") - Ethan Hawke ("Boyhood") - Robert Duvall ("The Judge")

Beste Nebendarstellerin: Patricia Arquette ("Boyhood") - Meryl Streep ("Into the Woods") - Emma Stone ("Birdman") - Keira Knightley ("The Imitation Game").

Bestes Originaldrehbuch: Alejandro G. Iñárritu, Nicolás Giacobone, Alexander Dinelaris, Jr. & Armando Bo ("Birdman") - Richard Linklater (Boyhood) - E. Max Frye and Dan Futterman ("Foxcatcher") - Wes Anderson & Hugo Guinness ("The Grand Budapest Hotel") - Dan Gilroy ("Nightcrawler")

Bestes adaptiertes Drehbuch: Jason Hall ("American Sniper") - Graham Moore ("The Imitation Game") - Paul Thomas Anderson ("Inherent Vice") - Anthony McCarten ("Die Entdeckung der Unendlichkeit") - Damien Chazelle ("Whiplash" )

Bester Schnitt: Joel Cox and Gary D. Roach ("American Sniper") - Sandra Adair ("Boyhood") - Barney Pilling ("The Grand Budapest Hotel") - William Goldenberg ("The Imitation Game") - Tom Cross ("Whiplash")

Beste Kamera: Emmanuel Lubezki ("Birdman") - Robert Yeoman ("The Grand Budapest Hotel") - Lukasz Zal und Ryszard Lenczewski ("Ida") - Dick Pope ("Mr. Turner") - Roger Deakins ("Unbroken")

Bester Animationsfilm: Don Hall, Chris Williams und Roy Conli ("Big Hero 6") - Anthony Stacchi, Graham Annable und Travis Knight ("The Boxtrolls") - Dean DeBlois und Bonnie Arnold ("How to Train Your Dragon 2") - Tomm Moore und Paul Young ("Song of the Sea") - Isao Takahata und Yoshiaki Nishimura ("The Tale of the Princess Kaguya")

Bester Dokumentarfilm: Laura Poitras, Mathilde Bonnefoy und Dirk Wilutzky ("CitizenFour") - John Maloof und Charlie Siskel ("Finding Vivian Maier") - Rory Kennedy und Keven McAlester ("Last Days in Vietnam") - Wim Wenders, Juliano Ribeiro Salgado und David Rosier ("Das Salz der Erde") - Orlando von Einsiedel und Joanna Natasegara ("Virunga")

Nicht englischsprachiger Film: Pawel Pawlikowski ("Ida", Polen) - Andrey Zvyagintsev ("Leviathan", Russland) - Damián Szifron ("Wild Tales", Argentinien) - Abderrahmane Sissako ("Timbuktu", Mauretanien) -Zaza Urushadze ("Tangerines", Estland)

Bester animierter Kurzfilm: "The Bigger Picture" - "The Dam Keeper" - "Feast" ("Liebe geht durch den Magen") - "Me and My Moulton" - "A Single Life"

Bester Dokumentar-Kurzfilm: Ellen Goosenberg Kent and Dana Perry ("Crisis Hotline: Veterans Press 1") - Aneta Kopacz ("Joanna") - Tomasz Śliwiński and Maciej Ślesicki ("Our Curse") - Gabriel Serra Arguello ("The Reaper") - J. Christian Jensen ("White Earth")

Bestes Make-up und beste Frisuren: Bill Corso and Dennis Liddiard ("Foxcatcher") - Frances Hannon and Mark Coulier ("The Grand Budapest Hotel") - Elizabeth Yianni-Georgiou and David White ("Guardians of the Galaxy")

Beste Filmmusik: Jóhann Jóhannsson ("The Theory of Everything") - Alexandre Desplat ("The Grand Budapest Hotel") - Alexandre Desplat ("The Imitation Game") - Hans Zimmer ("Interstellar") - Gary Yershon ("Mr. Turner")

Bester Filmsong: Shawn Patterson ("The LEGO Movie") - John Stephens und Lonnie Lynn ("Selma") - Diane Warren ("Beyond the lights") -Glen Campbell und Julian Raymond ("Ill be mine") - Gregg Alexander und Danielle Brisebois ("Begin again")

Bester Ton: John Reitz, Gregg Rudloff, Walt Martin ("American Sniper") - Jon Taylor, Frank A. Montaño, Thomas Varga ("Birdman") - Gary A. Rizzo, Gregg Landaker, Mark Weingarten ("Interstellar") - Jon Taylor, Frank A. Montaño, David Lee ("Unbroken") - Craig Mann, Ben Wilkins, Thomas Curley ("Whiplash")

Bester Tonschnitt: Alan Robert Murray, Bub Asman ("American Sniper") - Martin Hernández, Aaron Glascock ("Birdman") - Brent Burge, Jason Canovas (The Hobbit: The Battle of the Five Armies) - Richard King ("Interstellar") - Becky Sullivan, Andrew DeCristofaro ("Unbroken")

Beste visuelle Effekte: Stephane Ceretti, Nicolas Aithadi, Jonathan Fawkner, Paul Corbould ("Guardians of the Galaxy"), Paul Franklin, Andrew Lockley, Ian Hunter, Scott Fisher ("Interstellar") - Joe Letteri, Dan Lemmon, Daniel Barrett, Erik Winquist ("Planet der Affen") - Dan DeLeeuw, Russell Earl, Bryan Grill, Dan Sudick ("Captain America: The Winter Soldier") - Richard Stammers, Lou Pecora, Tim Crosbie, Cameron Waldbauer ("X-Men: Days of Future Past")