bedeckt München

Kunst:Emil Nolde, der Nazi

Emil Nolde: Aus dem Archiv der Nolde-Stiftung (ANS)

Am Revers das Hakenkreuz: Emil Nolde im Frühsommer 1942 in Wien.

(Foto: Nolde-Stiftung)

Der große Maler entwarf im Sommer 1933 einen "Entjudungsplan", den er Adolf Hitler vorlegen wollte, denunzierte seinen "Brücke"-Kollegen Max Pechstein und war der NS-Ideologie treu bis 1945.

Von Renate Meinhof

Stille hier oben, dämmrig das Licht. Ausgesperrt das Geraune der Stadt, das Donnern der Bahnen auf der Invalidenstraße, das babylonische Geschnatter der Menschen, unten im Hof. Auf weiß bespannten Tischen liegen seine Bilder noch, hoch genug, dass die Restauratorin ohne Mühe mit dem Strahl ihrer Lampe die winzigen Gebirge aus Ölfarbe abtasten kann, um zu wissen, dass sie unverletzt sind, die Bilder, dass ihnen also nichts geschehen ist auf den Reisen, die sie hinter sich haben. Aus Seebüll sind sie gekommen, nahe der dänischen Grenze, aus Italien reiste eines an, und die Sonnenblumen aus Detroit.

SZ-Plus-Abonnenten lesen auch:
Frühlingswochenende - Ausflügler am Starnberger See
Coronavirus-Pandemie
"Wenn es windstill ist, stecken sich Menschen auch draußen an"
Schifferdecker NSU Podcast
NSU und rechter Terror
Deutsche Abgründe
Baron Peter Piot
Epidemiologie
Der Virenjäger
Laura Malina Seiler
Alles so wundervoll
Studium: Studenten in einem Hörsaal der Johannes-Gutenberg-Universität in Mainz
Jurastudium
Am Examen gescheitert
Zur SZ-Startseite