"Ob blond ob schwarz ob braun, ich liebe alle Frau'n."

Die Lust an der Provokation hat Nina Hagen nie verloren, auch wenn sie musikalisch zwischenzeitlich experimentierte. Ihr jüngstes Album "Volksbeat" aus dem Jahr 2011 ist größtenteils wieder ungeschliffener Punkrock, hier hat Hagen ihre musikalischen Wurzeln. Nach der Ausbürgerung aus der DDR - mit Mutter Eva-Maria folgt sie Biermann 1976 nach Westberlin - genießt sie ihre Freiheit. Und lernt den Punk kennen: In London trifft sie Ende der Siebzigerjahre Johnny Rotten von den legendären Sex Pistols und spielt einige Zeit in der Frauenpunkband The Slits.

Ende 1977 kehrt sie dann nach Westberlin zurück und gründet gemeinsam mit den Mitgliedern des Polit-Rock-Kabaretts Lokomotive Kreuzberg die Nina Hagen Band (im Bild). Gemanagt wird die Truppe bald von Fotograf Jim Rakete. Bereits das Album "Nina Hagen Band" (1978) ist ein Erfolg, mehr als 250 000 Exemplare des Debüts werden verkauft. Die Musiker prangern die Volksverdummung durch das Fernsehen an ("TV Glotzer") und thematisieren lesbische Liebe ("Auf'm Bahnhof Zoo", aus diesem Lied stammt auch das obige Zitat) - das kommt an bei der Reihenhausjugend, die vorher nicht so recht zu wissen schien, wogegen sie sich auflehnen soll.

Bild: imago stock&people 11. März 2015, 13:292015-03-11 13:29:22 © SZ.de/cag/leja