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SZ-Serie: Licht an mit Nils Landgren:Das Jahr der Mauersegler

Nils Landgren, PR Bild

Der Jazzmusiker Nils Landgren.

(Foto: Sebastian Schmidt/ACT)

Eigentlich wäre ich jetzt gerade in Deutschland. 28 Konzerte. Stattdessen beobachte ich von daheim aus die Wanderung der Vögel, zum ersten Mal seit meiner Kindheit.

Gastbeitrag von Nils Landgren

Im vergangenen März, als deutlich wurde, wie ernst die Bedrohung der Menschen durch das Coronavirus tatsächlich ist, verhängte der NDR eine Verordnung für alle bei diesem Sender beschäftigten Musiker: Vor Blechbläsern, so hieß es, müsse beim Musizieren ein Raum von zwölf Metern Länge freigehalten werden. Zu den Nachbarn rechts und links sei ein Abstand von drei Metern zu wahren. Ich bin damals tief erschrocken, nicht nur, weil die Forderung so radikal, sondern auch, weil sie so absurd war. Hin und wieder habe ich es probiert: Eine Posaune kann laut sein, aber es ist nicht möglich, damit auch nur eine Kerze auszublasen. Das eigentliche Blasrohr ist schmal, es geht nicht viel Luft hindurch. Die Verordnung wurde bald zurückgenommen. Aber danach wusste ich, dass die kommenden Wochen, vielleicht Monate schwierig werden würden, nicht nur, weil die Seuche so gefährlich ist, sondern auch, weil sie so viel Unberechenbares, ja Fantastisches hervorbringt.

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