PopDas Herz auf der Zunge

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Der Mann mit dem „Keine-Zukunft“-Gefühl: Nils Keppel, 25.
Der Mann mit dem „Keine-Zukunft“-Gefühl: Nils Keppel, 25. Dan Trautwein

Nils Keppel macht wehmütigen Postpunk für eine verloren geglaubte junge Generation. Sein erstes Album „Super Sonic Youth“ verbreitet Endzeitstimmung und ist trotzdem ein Erfolg. Ein Treffen in Leipzig.

Von Thore Rausch, Leipzig

Einen jungen deutschen Rockstar trifft man in der Eisenbahnstraße in Leipzig-Ost. Hier ist die Großstadt noch aufregend, die jungen Leute sehen schön und seltsam aus und das Koks kann man am Kiosk kaufen. Ein Treffen unter einem Kronleuchter in der Kulturapotheke. Nils Keppel, 25, eine eher zarte Erscheinung, schaut ein bisschen düster unter seinem fransigen Pony hervor. „Die Bedrohung ist abstrakt und unberechenbar“, sagt er. Die Welt, das ist für ihn etwas, das auf ihn ungefiltert hereinbricht. Der mentale Zustand seiner Generation sei „desolat“ und seine Musik klingt nach dunklen Januartagen wie diesem: „Schon wieder nicht mehr frisch verliebt / Wenn jeder in seinem Zimmer liegt / Haben wir Angst vor Krieg / Doch es ist schon Krieg“. Also bitte, wieso so wehmütig?

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