Niederlande: Vorwürfe gegen Rundfunk Supermarkt TV

Ein Kinderprogramm als Marketingplattform: Bezahlte die Industrie öffentlich-rechtliches Fernsehen in den Niederlanden?

Der niederländische Kultur- und Medienminister Ronald Plasterk hat empört auf Berichte reagiert, nach denen öffentlich-rechtliche Rundfunkanstalten Programme von Unternehmen bezahlen lassen. Sollten die Sender sich nicht an das Mediengesetz und an den eigenen Verhaltenskodex halten, werde er Sanktionen verhängen, sagte der sozialdemokratische Minister am Montag in Den Haag. Nach einer Untersuchung der Zeitung NRC Handelsblad verstoßen mehrere Sender in den Niederlanden gegen das Mediengesetz.

Kinderwerbung frei Haus: Ließ sich das niederländische Fernsehen von einer Supermarktkette schmieren?

(Foto: Foto: Fritz Rumpf/ oH)

So würden Programme durch Unternehmen finanziert, Führungskräfte der Sender ließen sich von Produzenten zu Auslandsreisen einladen. Ein Kinderprogramm sei Teil des Marketingkonzepts einer Supermarktkette. Ein Kanal verschicke sogar Preislisten an Unternehmen und Organisationen und biete Sendezeit zur freien Verfügung an. Laut Mediengesetz dürfen die Öffentlich-Rechtlichen in Holland sich nur durch Stiftungen oder gemeinnützige Vereine sponsern lassen. Die niederländische Medienaufsicht untersucht die Vorwürfe. Genaue Angaben über den Umfang der empfangenen Gelder konnte sie nicht machen. Viele Sender kämen ihrer Meldepflicht nicht nach, hieß es.