Seit dem Markterfolg von Chat-GPT 3 und konkurrierender Systeme wird künstliche Intelligenz weitgehend mit hoch entwickelten Chatbots identifiziert, die auf entsprechend gestellte Fragen (Prompts) auf der Grundlage von Large Language Models mehr oder weniger verlässliche Antworten geben. Generative künstliche Intelligenz kann ganze Artikel oder sogar Bücher schreiben in dem jeweils gewünschten Stil und auf bevorzugtem Sprachniveau, sie ersetzt für manche Beratungsbedürftige psychologisch fundierte Therapien, hilft bei der Selbstfindung und bei der Weltorientierung. Sie ist faszinierend in ihrer Leistungsfähigkeit und enttäuschend in ihrer Unzuverlässigkeit. Sie verändert die Bildungspraxis an Schulen und Hochschulen, verführt manche Journalisten, auf eigene Recherche zu verzichten, und lässt gelegentlich sogar Ministerpräsidenten in die Falle tappen, KI-generierte Texte als eigene Publikationen anzubieten.
DebatteDer Schöpfer jedes neuen Gedankens muss genannt werden
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Julian Nida-Rümelin wurde 1954 geboren. Er war Kulturstaatsminister in der ersten rot-grünen Bundesregierung und bis zu seiner Emeritierung 2020 Professor für Philosophie und Politische Theorie an der LMU München. Seit 2022 ist er Rektor der Humanistischen Hochschule Berlin.
Jens HartmannSo hilfreich KI für die Forschung auch sein kann, sie darf kein anonymes Wissensamalgam produzieren. Ein Plädoyer, am Plagiatsverbot festzuhalten.
Gastbeitrag von Julian Nida-Rümelin
