Warren Ellis über Freundschaft:"Als würdest du hinaus aufs Meer laufen, und plötzlich verschwindet der Grund des Ozeans"

Lesezeit: 6 min

Warren Ellis über Freundschaft: "Nach Arthurs Tod rief Nick mich an und sagte, er muss mit mir reden. Ich habe gefragt: Was kann ich tun? Er meinte: Hilf mir, diese Platte zu machen." Warren Ellis (r.) mit Nick Cave.

"Nach Arthurs Tod rief Nick mich an und sagte, er muss mit mir reden. Ich habe gefragt: Was kann ich tun? Er meinte: Hilf mir, diese Platte zu machen." Warren Ellis (r.) mit Nick Cave.

(Foto: Charlie Gray)

Was ist ein Freund? Musiker Warren Ellis über seine Beziehung zu Nick Cave, den Tod von nahen Angehörigen - und den Kaugummi von Nina Simone, den er an einer Kette um den Hals trägt.

Interview von Josef Wirnshofer

Ein Donnerstag, 17.30 Uhr, der Mann auf dem Bildschirm ist gerade aufgestanden. Warren Ellis, Geiger, Gitarrist, Akkordeonist, überhaupt: Fast-alles-Spieler. Weniger bekannt als Gründer des Instrumentaltrios Dirty Three, besser bekannt als Mitglied von Nick Caves Band, den Bad Seeds. Er ist gerade von einer Nordamerika-Tour nach Hause gekommen, vier Wochen, fieser Jetlag. Seit Jahren ist Ellis so etwas wie der Chefarrangeur der Bad Seeds, der die Songs auf Alben wie "Skeleton Tree" oder "Ghosteen" improvisierter hat werden lassen, ausufernder. Mehr Synthesizer-Loops, weniger Blues. Man konnte das ganz gut sehen in "This Much I Know To Be True", der Dokumentation von Andrew Dominik, die nur einen einzigen Tag in den Kinos lief. Ein Konzertfilm, irgendwie aber auch ein Film über die Freundschaft der beiden Musiker. Durch die Laptopkamera sieht Warren Ellis jetzt aus, als hätte man Moses in Leim getunkt und einmal quer über den Kleidermarkt gezerrt. Graues Sakko, lila T-Shirt, Ringe an den Fingern und um den Hals eine Kette, an der alle möglichen Anhänger klappern. Dazu sein prophetenlanger Bart. Von der Decke baumelt ein Engel. Guten Morgen.

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