Allen, die glauben, der Kulturbetrieb sei nur ein Nebenschauplatz des Kampfes um die politische Deutungshoheit in Deutschland, sei die Lektüre eines bereits acht Jahre alten Aufsatzes des neurechten Publizisten Götz Kubitschek empfohlen. In der von ihm herausgegebenen Zeitschrift Sezession formulierte er darin drei Strategien zur Steuerung des öffentlichen Diskurses: Erstens die Verschiebung der „Grenzbereiche des gerade noch Sagbaren und Machbaren“ nach rechts durch provokante Vorstöße in diese Grenzbereiche. Zweitens die Normalisierung von radikalen Positionen durch Verweise auf Äußerungen von Establishment-Figuren, die diese Positionen tatsächlich oder vermeintlich vertreten. Drittens eine „Selbstverharmlosung“, um „die Vorwürfe des Gegners durch die Zurschaustellung der eigenen Harmlosigkeit abzuwehren und zu betonen, dass nichts von dem, was man fordere, hinter die zivilgesellschaftlichen Standards zurückfalle“.
Neurechte KulturSie wollen die neue Hegemonie
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Die Steuerung öffentlicher Diskurse ist erklärtes Ziel extrem rechter Kulturpolitik. Wissenschaftliche Forschung dazu analysiert rechte Strategien, die man kennen sollte: Eine Zeitschrift versammelt jetzt die wichtigsten bisherigen Analysen.
Von Alexander Menden
