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Neues Album von Jay-Z und Kanye West:Prunk as Prunk can

Musikalisch ist "Watch the Throne" von Jay-Z und Kanye West ein Meisterwerk. Lyrisch hingegen ist das Album ambivalent: Teilweise erinnern sich die beiden Rapper zwar an ihre Anfänge, doch ihre Arien über Statussymbole und männliche Härte wirken wie das Übersteuern einer Bassbox.

Andere warten lassen, das galt schon immer als Insignium der eigenen Wichtigkeit. Die beiden Rap-Könige Jay-Z und Kanye West - zusammen kommen sie mittlerweile auf 15 Nummer-eins-Alben, Jay-Z's Erfolgsbilanz wird nur noch von den Beatles übertroffen - haben das Spiel mit der Erwartung ihrer Fans auf die Spitze getrieben.

Kanye West, Jay-Z

Kayne West (l.) und Jay-Z: "The only thing that can stop me is me"

(Foto: AP)

Schon letzten Sommer hatte Kanye West über eine Twitternachricht das gemeinsame "Watch The Throne"-Album angekündigt. Für Januar. Doch da erschien dann nur eine Single namens H.A.M.: Synthie-Bombast, der zwar den Willen zur großen Inszenierung bewies, aber verzweifelt überladen klang. Die nächsten Ankündigungen sprachen von März, Juni und schließlich Juli. Nichts geschah. Jetzt, endlich, ist es über iTunes zu erwerben: Das Gipfeltreffen eines der technisch versiertesten Rapper und eines der innovativsten Produzenten, ein Album, das schon mit dem Goldbeschlag-Stil seines Covers eine klare Ansage macht: Prunk as Prunk can.

Den Medienvertretern, die zum Vorab-Hören ins Planetarium des New Yorker American Museum of Natural History kamen, wurden Hummer-Röllchen und Champagner serviert, und jeder Song bekam eine gigantische Lichtinszenierung. Nein, mit Straßen-Rap-Billigkeiten würde man sich nicht abgeben. Jay-Z und Kanye West sind beide an einem kritischen Punkt ihrer Karrieren angelangt: Wests letztes Album "My Dark Twisted Fantasy" wurde trotz blendender Kritiken von den Fans nicht recht angenommen; Jay-Z dagegen hatte vor einem halben Jahrzehnt bereits seine "Pensionierung" als Rapper angekündigt - um dann mit schwachbrüstigen Projekten wie "The Blueprint III" diesem Entschluss wieder untreu zu werden.

Wie aber könnten Jay-Z, der 41-jährige Präsident der Hip-Hop-Plattenfirma Def Jam, und sein 34-jähriger ehemaliger Protegé Kanye West noch einmal die kreative Spannkraft ihrer Frühzeit wiedergewinnen - wenn die doch längst der Saturiertheit des Establishment gewichen ist?

Die Sägegeräusche am Hip-Hop-Thron der beiden jedenfalls waren in letzter Zeit kaum noch zu überhören: Odd Futures und Tyler The Creators psychologisch raffinierte Teenage-Angst-Projektionen sprechen eine Generation an, denen Jay-Zs routinierte Geld-Frauen-Drogen-Waffen-Raps längst keine Schweißausbrüche mehr verursachen. Newcomer Lil Drake dagegen hat das von Kanye West gepredigte Herzschmerz-Rapper-Ethos übernommen.

Watch The Throne kommt nun sehr dramatisch daher: Zwei gealterte Männer klopfen sich auf die Brust - und inszenieren das Ganze als Rockoper. Schon der Einstieg klingt höchst pathetisch: "What's a king to a God / a God to a non-believer?" croont die Stimme von R'n'B-Aufsteiger Frank Ocean, während sich die beiden Rapper Koks-Metaphern um die Ohren hauen: Jay-Z etwa prahlt, er habe mit seinem Einfluss "das ganze Spielfeld eingebleicht". West will da nicht den braven Jungen geben: "Coke on black skin got her striped like a zebra". Ein mantraartig wiederkehrendes Thema: Wir feiern härter als ihr, mit dickeren Autos, mehr weißem Pulver, exklusiveren Stripperinnen und einem Selbstwertgefühl, dass etwa "Niggas In Paris" über einem dreckig-verzerrten Bass auf den Punkt bringt.

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