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Batman und Superman im Kino:"Alle Helden sind einsam"

Batman und Superman

Die Beziehung zwischen Batman und Superman ist geprägt von Rivalität.

(Foto: Brendan Hunter; iStockphoto.com)

Batman und Superman sind die beliebtesten Comic-Helden der Welt, doch ihre Beziehung ist geprägt von Abneigung und Rivalität. Nun treffen die beiden in einem Kinofilm aufeinander. Kann das gut gehen? Ein Gespräch mit Paartherapeut Wolfgang Schmidbauer.

Wolfgang Schmidbauer ist promovierter Psychologe und arbeitet als Psychoanalytiker und Paartherapeut. Er hat mehrere Sachbücher zum Thema Partnerschaft verfasst und sich in seiner Arbeit auch mit der psychologischen Bedeutung von Comic-Helden befasst.

SZ.de: Herr Schmidbauer, 2015 werden Superman und Batman in einem gemeinsamen Film aufeinandertreffen. Beide sind extreme Persönlichkeiten: Superman ist ein gottähnlicher Außerirdischer, Batman ein exzentrischer Millionär. Können solche Ausnahmefiguren eine funktionierende Beziehung zueinander aufbauen?

Wolfgang Schmidbauer: Superman ist praktisch der große Bruder von Batman - Rivalitäten sind nebensächlich für ihn, weil er immer darauf bauen kann, dass er am Ende der Stärkere ist. Batman wiederum befindet sich in der Rolle des kleinen Geschwisters und sucht den Konflikt. Die Welt in der er sich bewegt ist sehr dunkel und melancholisch. Superman wird bestimmt von dem positiven Glaube an Wachstum und eine sichere Zukunft. Batman hingegen geht es um einen ewigen Kampf, der nicht gewonnen werden kann.

Die Unterschiede sind enorm. Aber es muss doch auch Gemeinsamkeiten geben, auf die sie sich beziehen können?

Tatsächlich sind die Herkunftsgeschichten sehr unterschiedlich: Superman ist zwar Waise, aber er ist nicht traumatisiert, weil er von Pflegeeltern aufgenommen wurde, die sich liebevoll um ihn gekümmert haben. Batmans Vergangenheit sieht ganz anders aus: Den Tod seiner Eltern hat er nie überwunden. Sein Trauma kompensiert er nun, indem er sich mit seiner Angst identifiziert und zu einem Teil von ihr wird.

Trotzdem kämpfen beide Helden für die gleiche Sache: die Gerechtigkeit.

Ich glaube auch, dass sie letztlich Gemeinsamkeiten finden werden, die sie verbinden. Zum Kampf kann es ja eigentlich nur aus Versehen kommen und wenn der Irrtum, der sie gegeneinander aufgebracht hat, aufgeklärt ist, dann werden sie sich bestimmt miteinander versöhnen. Es wäre doch nett, wenn sie am Kamin zusammensitzen könnten, um über die Schwierigkeiten des Superheldenlebens zu reden. Darüber, dass man nicht verstanden wird in seiner Rolle, und dass die Polizei eher im Weg steht, als zu helfen.

Zu dieser Zusammenarbeit ist es in diversen Comics bereits gekommen, zum Beispiel in der Reihe "Worlds Finest". Die Rivalität wird allerdings immer wieder in den Vordergrund gestellt. Warum müssen Helden einsam bleiben?

Alle Helden sind einsam, weil ihnen niemand das Wasser reichen kann. Sie sind Anführer und anderen überlegen - das macht einsam. Sie können keine gleichberechtigten Beziehungen eingehen.

Außer zu einem anderen Helden - doch gerade dann kommt es zum Konflikt.

Beziehungen haben immer etwas Komplementäres. Das heißt, dass beide Partner sich ergänzen müssen. Bei den X-Men zum Beispiel gibt es Charaktere, deren Fähigkeiten aufeinander abgestimmt sind. Diese Figuren sind im Team stärker als alleine. Bei den X-Men gibt es ja sogar Liebesbeziehungen zwischen den Helden. Wie bereits gesagt: Superman und Batman können ihre Rivalität beilegen, wenn sie sich gegen einen gemeinsamen Feind verbünden.

Ein anderer Weg wäre die Paartherapie. Dort geht es unter anderem um den Abbau von Aggressionen. Würde es helfen, wenn Superman und Batman mit Watteknüppeln aufeinander losgehen?

Nein, da hätte Batman ja überhaupt keine Chance.

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