Neue Anschuldigungen gegen Donald Trump Reality-Show im Weißen Haus

Omarosa Manigault Newman verteidigte Trump einst gegen Vorwürfe des Rassismus und der Frauenfeindlichkeit. Nun erhebt sie selbst Vorwürfe gegen ihn.

(Foto: REUTERS)
  • Omarosa Manigault Newman kennt Trump seit der TV-Sendung "The Apprentice" und bekam einen Job im Weißen Haus.
  • Sie verteidigte den US-Präsidenten immer wieder gegen Vorwürfe des Rassismus und der Frauenfeindlichkeit: "Ich wollte nur das Beste in ihm sehen."
  • Nachdem sie nun gefeuert wurde, behauptet sie in einem Buch: Ihr Ex-Chef ist ein Rassist.
Von Christian Zaschke, New York

An diesem Dienstag erscheint in den USA ein Buch, das Präsident Donald Trump wenig Freude bereiten wird. Obwohl es von jemandem verfasst wurde, der wie er selbst die Konfrontation liebt, und der wie er durch die TV-Show "The Apprentice" berühmt wurde. Es ist nicht davon auszugehen, dass Trump das Buch liest; bekanntlich tut er das kaum. Doch er wird erfahren, was drinsteht, weil die Autorin Omarosa Manigault Newman gerade durchs TV tingelt. Zum Fernsehschauen, seiner Lieblingsbeschäftigung, hat Trump Zeit, er befindet sich in einem sogenannten Arbeitsurlaub im Golfresort in Bedminster, New Jersey.

Manigault Newman hatte Trump im Wahlkampf unterstützt. Zum Dank holte er sie als Beraterin ins Weiße Haus, wo sie die höchstrangige schwarze Mitarbeiterin war. Im Dezember 2017 erging es ihr wie vielen Mitarbeitern Trumps: Sie wurde gefeuert. Nun präsentiert sie ihre Abrechnung, in der sie Trump als Rassisten beschreibt und das Weiße Haus als einen Ort, "an dem jeder lügt". Besonders pikant ist dabei, dass sie Gespräche mitgeschnitten hat, unter anderem jenes, in dem Stabschef John Kelly ihr die Nachricht ihrer Entlassung überbringt. Das Gespräch fand im Situation Room statt, der zu den sichersten Räumen des Landes gezählt wird, hier hatte etwa Barack Obama die Tötung Osama bin Ladens verfolgt. Elektronische Geräte sind dort verboten, Mitarbeiter lassen ihre Handys vor der Tür. Gegen diese Regeln hat Manigault Newman verstoßen, und sie hat die Aufnahme am Sonntag beim Fernsehsender NBC vorgespielt. Unklar ist, ob sie damit gegen Gesetze verstoßen hat.

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Zu hören ist, wie Kelly sagt, er wolle, dass dies ein freundlicher Abschied werde. Er hoffe, die Dinge würden sich nicht so entwickeln, dass sie hässlich für Manigault Newman würden oder dass es Schwierigkeiten bezüglich ihres Rufes gebe. Man kann das durchaus als Drohung verstehen. Manigault Newman sagt zudem, man habe ihr einen mit 15 000 Dollar im Monat dotierten Job in Trumps Kampagne für die Wahl 2020 angeboten, wenn sie eine Schweigevereinbarung unterschreibe. Das habe sie abgelehnt.

Bekannt wurde Newman 2004, als sie sich in der TV-Show "The Apprentice" mit anderen 15 Kandidaten um einen Job in der Trump-Organisation bewarb. Sie ging die Mitbewerber aggressiv an, sorgte dafür, dass ein dauerhaftes Klima des Konflikts entstand - ganz nach Trumps Geschmack. Zwar flog sie aus der Sendung, doch wurde sie 2008 erneut zu einer Ausgabe eingeladen, in der Prominente auftraten. Dort geriet sie mit der Sängerin LaToya Jackson aneinander und beleidigte den Moderator Piers Morgan.

Mit der gleichen Aggressivität warb sie für Trump als Präsidenten. Sie verteidigte ihn gegen Vorwürfe des Rassismus und der Frauenfeindlichkeit - also exakt gegen die Vorwürfe, die sie nun selbst erhebt. Sie sei auf diesem Auge blind gewesen: "Ich wollte nur das Beste in ihm sehen." Durch ihre Arbeit im Weißen Haus habe sie sich mitschuldig gemacht.

Es darf als sicher gelten, dass Manigault Newman dem Konflikt mit Trump den maximalen Ertrag abringen wird. Was der von seiner ehemaligen Mitarbeiterin halte, wurde er am Wochenende gefragt. Mit maximaler Verachtung sagte er: "Abschaum."

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