Es ist dieses eine Bild, an das man sich noch lange erinnern wird. Navid Kermani erwähnt es erst gegen Ende seines Buchs, als er die Nuba-Berge im Sudan längst wieder verlassen hat. Er hatte dort die Station eines amerikanischen Arztes besucht und ein zwei- oder dreijähriges Mädchen gesehen, die Tochter eines osteuropäischen Mitarbeiters: „Strohblond und engelsgleiches Gesicht, wie sich der Weiße eben Engel vorstellt, es spielte in einer Sandmulde mit tiefschwarzen Kindern aus dem Dorf, Kleidung und Gesicht staubig wie sie“, schreibt er, und weiter: „Das war in seiner Normalität eine Überraschung, ja, fast ein Schock.“
Navid Kermanis Afrika-ReportagenDie ganze Misere der Welt
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Der Schriftsteller Navid Kermani hat seine eindrücklichen Krisenreportagen aus Afrika in einem neuen Band versammelt. Erkennbar wird, wo sein persönlicher Stil zu kurz greift.
Von Michael Bitala
