DebatteWas wir von Adenauer für die Zukunft lernen können

Lesezeit: 10 Min.

(Foto: Collage: sted/SZ, Fotos: imago, KNA)

Elon Musk wettert gegen sie, in Trumps neuer Sicherheitsdoktrin gilt die EU gar als strategischer Feind: Kann es ein deutlicheres Zeichen geben, dass es europäischen Zusammenhalt mehr denn je braucht?

Gastbeitrag von Navid Kermani

Konrad Adenauer gehört nicht zu meinen Säulenheiligen. Ich bin 1967 in Westdeutschland geboren, meine politische Sozialisation war, um es in der Diktion meiner, unserer politischen Gegner zu sagen, links-grün versifft, und zwar bis ins Mark. Außerdem war ich naturgemäß jung, als ich mich für Politik und Geschichte zu interessieren begann, und wer jung ist, der will kritisch sein, aufrührerisch, sich nicht zufriedengeben mit der Welt, die er vorfindet. Für uns, die wir in den Achtzigerjahren eben jenen Status quo anfochten, den die CDU wie keine andere politische Kraft verkörperte, für mich persönlich, der sich während der ausländerfeindlichen Krawalle Anfang der Neunzigerjahre von Helmut Kohl sehr alleingelassen fühlte, war der erste Bundeskanzler vor allem jemand, der Nazi-Seilschaften in Politik und Justiz bewahrt hatte, für die muffigen Fünfzigerjahre stand und seiner ganzen Erscheinung nach das Patriarchat verkörperte, das zu überwinden meine Generation angetreten war.

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