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Naturkatastrophen in der Kunst:Am Wendepunkt

CASPAR DAVID FRIEDRICH (1774-1840)
Das Eismeer, 1823/24

Caspar David Friedrich: "Das Eismeer", 1823/24.

(Foto: Hamburger Kunsthalle / bpk Foto: Elke Walford)

Die Hamburger Kunsthalle zeigt, wie Künstler seit Jahrhunderten Naturkatastrophen zur Kulisse menschlicher Dramen machen.

Von Till Briegleb

Als der Komponist Karlheinz Stockhausen fünf Tage nach den Anschlägen auf das World Trade Center in New York die einstürzenden Twin Towers als "das größte Kunstwerk, das es je gab" bezeichnete, war die Aufregung verständlicherweise groß. Der Zynismus dieser Bemerkung war zu diesem Zeitpunkt einfach zu aufdringlich. Aber in einer Ausstellung wie "Entfesselte Natur" in der Hamburger Kunsthalle, die über 200 Bilder von Katastrophen aus fünf Jahrhunderten versammelt, kommt der wahre Kern in Stockhausens Aussage plötzlich zutage, auch wenn hier kein Bild zu 9/11 vorkommt. Die kaum steigerbare Erlebnisintensität eines solchen Infernos ist ein Moment, den ästhetische Medien nur nachahmen, aber nie erreichen können.

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