Nationalismus "Gott segne den Magyaren"

Was Viktor Orbáns Erfolg mit dem ungarischen Opfermythos zu tun hat.

Interview von Alex Rühle

Viele waren erstaunt darüber, wie klar Viktor Orbán am Sonntag die Wahl in Ungarn gewonnen hat. Die Kulturwissenschaftlerin Magdalena Marsovszky sagt, das liege daran, dass er ein althergebrachtes Opfernarrativ bediene. Ein Gespräch über völkische Mythen, omnipräsenten Antisemitismus - und die Frage, warum sich regelmäßig asiatische Nomaden in Schafsfellen in Ungarn treffen.

SZ: Viktor Orbán hat am Sonntag nach seinem Wahlsieg gesagt, er habe eine "große Schlacht gewonnen". Warum benutzt er so oft Kriegs- und Schlachtmetaphern?

Magdalena Marsovszky, in Ungarn geboren, ist Kulturwissenschaftlerin und Lehrbeauftragte der Hochschule Fulda. Sie verfasste zahlreiche Beiträge zu Rassismus, völkischer Ideologie und Antisemitismus in Ungarn.

(Foto: oh)

Magdalena Marsovszky: Viele sagen, er ...