NachrufGrapsch doch

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Ihr Frühwerk interessierte sie nicht mehr. Man sollte das doch einfach googeln. Valie Export 2023 bei der Eröffnung ihrer Retrospektive in Wien.
Ihr Frühwerk interessierte sie nicht mehr. Man sollte das doch einfach googeln. Valie Export 2023 bei der Eröffnung ihrer Retrospektive in Wien. JOE KLAMAR/AFP

Valie Export hat die Kunst für Frauen radikal vorangebracht. Mit Humor, Schusswaffen und ihrem eigenen Körper. Jetzt ist sie im Alter von 85 Jahren gestorben.

Von Till Briegleb

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Sie würde nichts in ihrem Leben bereuen, hat Valie Export immer beteuert. Aber vor einer Fehlentscheidung wurde sie doch bewahrt, die ihr später leidgetan hätte. In ihren kompromisslosen Jahren als junge Künstlerin hatte sie 1970 die Idee, sich Essensreste wie eine Nudel oder ein „Kartofferl“ um den Mund tätowieren zu lassen. Doch der Tätowierer fürchtete, belangt zu werden, wenn die junge Frau später heiraten würde, und weigerte sich. Stattdessen ließ sich Waltraud Lehner, wie sie mit dem sogenannten Mädchennamen hieß, einen Strumpfbandhalter auf den Oberschenkel tätowieren. Und das Foto dieser Aktion wurde zu einer ihrer berühmtesten Konzeptarbeiten in einem an ikonischen Einsprüchen nicht armen Pionier-Leben zur feministischen Kunst.

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