Comeback nach zehn Jahren David Bowie kehrt zurück - und besingt Berlin

Wenn schon kein Flughafen, dann immerhin ein Song: Berlin darf sich über eine Liebeserklärung von David Bowie freuen. Der Musiker meldet sich nach zehn Jahren mit einer neuen Single zurück - pünklich zu seinem 66. Geburtstag.

"Eine neue Platte... wer hätte das je gedacht, wer hätte sich das je erträumt": Nach zehn Jahren Pause meldet sich David Bowie auf seiner Website mit einer neuen Single und weiteren Überraschungen zurück. Das Video zum Song "Where are We Now?" wurde am Dienstag - pünklich zu Bowies 66. Geburtstag - auf der Internetseite des Musikers veröffentlicht. Zudem kündigte er auf davidbowie.com ein neues Album mit dem Titel "The Next Day" an. Es werde im März mit 14 Titeln erscheinen, geplant ist demnach auch eine Deluxe-Version mit drei Bonustiteln.

Zuletzt hatte Bowie 2003 ein Album veröffentlicht, "Reality". Seit 2006 ist der Brite nicht mehr live aufgetreten, zwei Jahre zuvor hatte er sich wegen einer verstopften Arterie operieren lassen.

Im Video für die neue Single ist Bowies etwas verschobenes und recht melancholisch dreinblickendes Gesicht zu sehen, dass auf einen Puppenkörper projiziert wird. Alte Filmaufnahmen erinnern an den Aufenthalt des Ausnahmemusikers in Berlin in den siebziger Jahren. Im Lied besingt Bowie Erinnerungen an Orte wie den Potsdamer Platz, den legendären Club "Dschungel" der Nürnbergerstraße und das KaDeWe. Regie für den Clip führte Tony Oursler, mit dem der Rockstar seit Langem zusammenarbeitet.

Ein Star wie Bowie sorgt mit einer neuen Single auch im Netz für umgehend große Aufmerksamkeit. Bowies Sohn, der Regisseur Duncan Jones, schrieb auf Twitter: "Es wäre toll, wenn ihr alle weitererzählen könntet, dass Papa ein neues Album gemacht hat. Es ist das erste seit zehn Jahren und es ist gut." Die Reaktionen auf die Neuigkeit: weitgehend begeistert. @divingcoffee schreibt: "Es scheint wieder mal keine Sonne heute.Ich prangere das an. Besonders, da Herr Bowie heute uns Menschen ein neues Werk zur Verfügung stellt". @SimSullen, selbst offenbar kein Fan, twittert: "So erfährt man nun, dass die komplette timeline aus fanatischen david-bowie-fan-schläfern besteht". Aber es gibt auch unbeeindruckte Hörer: @princessparadox etwa findet die neue Single "nicht so spannend" und setzt noch eins drauf: "seit er so geliftet aussieht, ist mir das eh alles suspekt".

In jedem Fall scheint Bowie im beginnenden 2013 omnipräsent zu sein: Aktuell sorgt die filmische Annäherung "Dave" im Netz für Furore. Die außergewöhnliche Karriere des Musikers wird zudem im Frühjahr in London mit einer großen Retrospektive geehrt werden. Von Ende März bis Ende Juli 2013 sollen 300 Objekte aus dem Werk des Künstlers im "Victoria and Albert Museum" gezeigt werden. In der Ausstellung unter dem Titel "David Bowie is" werden unter anderem Filmkostüme, Fotografien, Film- und Videoschnipsel sowie Manuskripte zu sehen sein. Bowie war in den siebziger Jahren mit seinem androgynen Stil, seinen grellen Kostümen und der Kunstfigur "Ziggy Stardust" zur Ikone geworden.