In unzähligen Artikeln, Büchern und Talkrunden wurde die Frage der bedrohten Demokratie in Europa behandelt, aber eine Gruppe wurde und wird dazu nur selten gehört: die Überlebenden der Shoah, des organisierten Massenmords Nazi-Deutschlands an den europäischen Juden. Diese Zeitzeugen werden nach ihren Erfahrungen und Geschichten von damals befragt, aber selten um Rat gebeten, wie man denn einer solchen Katastrophe auch vorbeugen kann. Dabei kennt sich kaum jemand so gut mit dem Denken der Antisemiten und Rechtsradikalen aus wie jene, deren Leben davon bedroht war, die sich verstecken und fliehen mussten und ihre Familie damals verloren haben. Aber man wollte all die Jahre erst einmal nichts hören, später immerhin ihre Geschichte, aber nur selten ihre Empfehlungen zur demokratischen Prävention.
SachbuchWie man eine Gesellschaft gegen die radikale Rechte immunisiert
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Der Historiker Thomas Weber und der Regisseur Joachim A. Lang haben Holocaustüberlebende mal nicht nur nach ihren Erlebnissen gefragt – sondern nach ihren Ratschlägen für eine wirksame Erziehung zur Menschlichkeit.
Von Nils Minkmar
