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Nach der Jackson-Trauerfeier:Noch keine letzte Ruhe

Wann und wo wird Michael Jackson bestattet? Auch einen Tag nach der Trauerfeier rätseln die Fans. Offenbar muss das Gehirn noch untersucht werden.

Nach der offiziellen Abschiedszeremonie für Michael Jackson am Dienstag geht das Rätselraten um seinen Bestattungsort, den genauen Termin und die Bestattungsform weiter. Bereits wenige Minuten nach dem Ende der Trauerfeier im Staples Center in Los Angeles wurde der vergoldete Sarg mit dem Leichnam des Popstars in einem Leichenwagen aus der Mehrzweckhalle herausgefahren, in der der Star bis zum Vorabend seines Todes am 25. Juni für seine ausverkaufte Europatournee geprobt hatte. Doch die Hubschrauber der US-Fernsehsender, die den Wagen einige Zeit verfolgten, verloren im Stadtverkehr die Spur.

Fans schauen die Live-Übertragung der Trauerfeier auf einer Videoleinwand vor der O2-Arena in London.

(Foto: Foto: AP)

Weder die Behörden von Los Angeles noch der Forest-Lawn-Friedhof, auf dem am Morgen eine Trauerfeier im engsten Familien- und Freundeskreis stattgefunden hatte, wollten sich zum Verbleib von Jacksons sterblichen Überresten oder einer geplanten Bestattung äußern. Einzig Jacksons Bruder Jermaine hatte gesagt, er wünsche sich eines Tages eine Bestattung auf der von dem Sänger so geliebten Neverland Ranch. Anzeichen dafür gab es jedoch vorerst nicht. Eine Beerdigung auf dem Prominentenfriedhof in den Hügeln von Hollywood sei offenbar nicht geplant, berichteten US-Medien.

Todesursache "zurückgestellt"

Währenddessen gehen die Ermittlungen zur Todesursache weiter. Die Behörden veröffentlichten am Dienstag den Todesschein Jacksons, auf dem unter dem Punkt Todesursache "zurückgestellt" vermerkt ist. Nach Angaben der Gerichtsmedizin stehen noch immer zahlreiche Untersuchungen am Hirn aus. Deswegen werden das Organ beziehungsweise Teile davon noch nicht freigegeben, sagte der Gerichtsmediziner Ed Winter. "Sobald wir mit dem Hirn fertig sind, werden wir es übergeben."

Für die Pathologie ist es nicht ungewöhnlich, bei ungeklärten Todesfällen das Hirn oder Proben davon einzubehalten. Winter sagte, dass manche Familien deswegen noch mit der Beisetzung warteten. Er habe aber von der Familie Jackson keine Nachricht erhalten. "Nach dem letzten Stand wollen sie den Körper noch nicht beerdigen."

Der Ansturm der Fans auf die Trauerzeremonie fiel deutlich geringer aus als von der Polizei erwartet. Sie hatte mit Hunderttausenden gerechnet und die Großveranstaltung in der Innenstadt von Los Angeles und die private Trauerfeier im Stadtteil Hollywood Hills mit tausenden Polizisten gesichert. Beide Veranstaltungen verliefen ohne Zwischenfälle. Neben Journalisten und Gästen mit Eintrittskarten für die Trauerfeier versammelten sich nur 1.000 Fans rund um das Staples Center. Auch einen Tag nach der Feier versammeln sich Jackson-Fans vor dem Veranstaltungsgelände und gedenken ihrem Idol.

Viele Künstler zollten Jackson in der zweistündigen Feier Tribut, darunter Mariah Carey, Lionel Richie, Stevie Wonder, John Mayer, Jennifer Hudson und Brooke Shields. Zum Abschluss der Trauerfeier verabschiedete sich die elfjährige Tochter Paris Jackson mit den Worten "Daddy war der beste Vater" unter Tränen vom "King of Pop".

Glaube an Unsterblichkeit

Hunderte Millionen Menschen weltweit hatten die Trauerfeier im Fernsehen, im Internet oder bei "Public Viewings" verfolgt. In der Berliner 02-Arena wurde die Zeremonie auf dem achteckigen Videowürfel übertragen. Der Eintritt war frei, nach Veranstalterangaben strömten 5000 Menschen in die Halle am Ostbahnhof.

Während sich die US-Presse durchweg positiv zu der Trauerfeier äußerte, hat der deutsche Konzertpromoter Marcel Avram, der fünf Welt-Tourneen für Michael Jackson organisierte, wenig Verständnis für die Inszenierung der Trauerfeier des Pop-Stars. "Ich weiß, wie sehr Michael den Applaus zeitlebens genossen hat. Aber ob er sich gewünscht hätte, mit so einem Rummel bestattet zu werden, bezweifle ich doch sehr", sagte der 70-Jährige.

Der Konzertpromoter war seit den 80er Jahren mit Jackson befreundet. Über den Tod hätten sie nie miteinander gesprochen, sagte er. "An den Tod hat er nie einen Gedanken verschwendet. Michael hat so sehr am Leben gehangen. Er hat fast an seine Unsterblichkeit geglaubt."

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