Nach Cyberattacke auf Sony "The Interview" läuft jetzt auch im Netz

  • Sony stellt den Film "The Interview" zum Ausleihen oder Kaufen ins Internet.
  • Zuvor hatten mehrere US-Kinos angekündigt, den Streifen am ersten Weihnachtsfeiertag zu zeigen.
  • Sony hatte den Start der Nordkorea-Satire nach einem Hackerangriff und Terrordrohungen zunächst abgesagt.

"The Interview" wird im Netz veröffentlicht

Vor dem Start in mindestens 200 US-Kinos ist die Politsatire "The Interview" nun auch im Internet zu sehen. Der Film ist zum Ausleihen oder Kaufen verfügbar - auf Plattformen wie YouTube, Google Play, Microsoft's Xbox Video und der eigenen Homepage von Sony. Allerdings können ihn vorerst nur amerikanische Kunden erwerben.

Sony genehmigt den Filmstart doch

Ungeachtet anonymer Anschlagsdrohungen wollen mehrere unabhängige US-Kinos die Politsatire "The Interview" wie geplant am ersten Weihnachtsfeiertag zeigen. Kinos in den Bundesstaaten Texas und Georgia erklärten in sozialen Onlinenetzwerken, sie würden den Streifen ins Programm nehmen. Das Kino "Alamo Drafthaus" in Austin erklärte, das Filmunternehmen Sony habe den Filmstart von "The Interview" nun doch genehmigt: "Sieg!" CNN berichtete, dass es sich um mindestens 200 Kinos handeln soll.

Sony-Chef Michael Lynton sagte einem Bericht der BBC zufolge, er sei "begeistert", dass die Satire über ein Attentat auf Nordkoreas Herrscher Kim Jong Un nun doch zu sehen sein werde. Weiter sagte er, er hoffe, dass dies lediglich der "erste Schritt einer Veröffentlichung des Films" sein werde. Man werde sich weiterhin bemühen, um noch mehr mögliche "Plattformen und Bühnen" zu sichern, damit der Film das "größtmögliche Publikum" erreichen könne. Die Entscheidung sei auch mit der Bundespolizei FBI abgesprochen worden.

Die Nachricht kommt nur wenige Tage, nachdem Sony den Filmstart abgesagt hatte. Das Filmstudio war Ziel einer Cyberattacke geworden: Die Angreifer veröffentlichten erbeutete Daten der Firma. Das Studio sagte die Veröffentlichung des Films ab, nachdem es zu Terrordrohungen gegen Kinos kam, in denen der Streifen gezeigt werden sollte.

Nordkorea stundenlang offline

US-Präsident Barack Obama warf Nordkorea vor, hinter dem Ausspähen der Sony-Firmen-Computer zu stecken und kündigte Konsequenzen an. Nordkorea bestritt, Drahtzieher der Angriffe auf das Hollywood-Studio zu sein. Allerdings hatte das international isolierte Land gewarnt, die Veröffentlichung des Films "The Interview" komme einem Kriegsakt gleich.

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Musste es ausgerechnet dieser Film sein? "The Interview", der wegen anonymer Drohungen nicht in die Kinos kommt, bietet Anarchie, Travestie und Slapstick auf hohem Niveau. Er zeigt Nordkoreas Diktator als besten Kumpel.   Von David Steinitz

An diesem Dienstag war in Nordkorea stundenlang das Internet ausgefallen. Vertreter der US-Regierung erklärten, nichts mit dem Vorfall zu tun zu haben.