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Spektakulärer Kunstfund:Hunderte Bilder werden im Internet veröffentlicht

Werke aus Münchner Kunstfund

Mit großen Namen auf Fahndung

Chagall, Liebermann, Matisse: Schon die ersten veröffentlichten Werke aus dem Münchner Kunstfund sind spektakulär. Die Behörden haben 25 der insgesamt 1400 aufgetauchten Bilder auf der Fahndungsseite für verlorenes Kulturgut veröffentlicht. Hier sind sie zu sehen.

Die Behörden beugen sich dem massiven Druck aus dem In- und Ausland: Von kommender Woche an sollen alle Werke des Münchner Kunstfunds, die als mögliches Nazi-Raubgut gelten, im Netz zu finden sein. Darunter sind verschollene Werke des Malers Otto Dix.

Hunderte weitere Gemälde des Münchner Kunstschatzes sollen von kommender Woche an im Internet zu sehen sein. Dies kündigte die Leiterin der Taskforce "Schwabinger Kunstfund", Ingeborg Berggreen-Merkel, in Berlin an. Die Staatsanwaltschaft Augsburg werde alle 590 Werke, die als mögliches NS-Raubgut gelten, bekanntgeben. Mit der Veröffentlichung auf der Website lostart.de könnte die Herkunft der sichergestellten Kunstwerke "so rasch und transparent wie möglich festgestellt werden", erklärte Berggreen-Merkel.

Dass die insgesamt gut 1400 Bilder bisher unter Verschluss gehalten wurden, hatte internationale Kritik ausgelöst. Eine erste Liste von 25 Bildern mit möglichem Nazi-Raubkunst-Hintergrund war daraufhin Anfang der Woche auf lostart.de der Koordinierungsstelle Magdeburg veröffentlicht worden.

Die Staatsanwaltschaft erhält zahlreiche Anfragen von Nachkommen jüdischer Verfolgter und anderer Anspruchsteller. Alle Anfragen würden geprüft und beantwortet, versicherte ein Sprecher.

Am Mittwoch hatten die Erben des Künstlers Max Ernst schriftlich bei der Staatsanwaltschaft Zugang zu den beschlagnahmten Werken Ernsts gefordert, wie der Kölner Anwalt Jürgen Wilhelm mitteilte.

Die Bilder waren in der Münchner Wohnung des Kunsthändler-Erben Cornelius Gurlitt beschlagnahmt worden. Die Staatsanwaltschaft steht mit Gurlitt zurzeit nicht in Kontakt. "Wir wüssten aber, wo wir ihn erreichen könnten, wenn wir Kontakt haben wollten", sagte der Sprecher der Ermittlungsbehörde. Einen Anwalt habe sich Gurlitt nicht genommen. Der Sprecher betonte: "Es ist sein gutes Recht, nichts zu sagen."

Gurlitt habe die beschlagnahmten Kunstwerke bisher nicht zurückgefordert. Der Kunstfund hat bisher vier unbekannte oder verschollene Werke des Malers Otto Dix (1891-1969) ans Tageslicht gebracht. Er kenne das Aquarell Dompteuse bislang nur von einer Radierung", sagte der Leiter der Geraer Kunstmuseen, Holger Saupe. Die anderen drei Bilder sind Dame in der Loge, Dame mit Hut und ein Selbstporträt mit Zigarette.