Musik Urbanes Flair

Die kanadische Geigerin Sarah Neufeld eröffnet das Festival im Bamberger Kesselhaus.

(Foto: Gesi Schilling)

Das Festival "FK:K" im Bamberger Kesselhaus

Von katja Auer, Bamberg

Die Welterbe-Stadt Bamberg ist ja vor allem für ihre Hochkultur bekannt, die Symphoniker klingen weit über die pittoreske Altstadt hinaus. Gelegentlich kann die Stadt in all ihrer Pracht ein bisschen behäbig wirken, für Bier und Barock ist sie jedenfalls bekannter als für ihre Darreichungen zeitgenössischer Kunst. Dabei gibt es durchaus Nischen, in denen immer wieder erfreulich Frisches gedeiht. Das alte Kesselhaus des früheren Krankenhauses ist so ein Ort, in dem in geradezu urbanem Flair immer wieder aktuelle Kunst dargeboten wird.

Vom Wochenende an veranstaltet der "Verein Franz Kafka" knapp drei Wochen lang zum dritten Mal sein Festival "FK:K" im Kesselhaus mit einem internationalen Programm der experimentellen Musik und Soundart. "Wir haben Vorbildfunktion", sagt Initiator Felix Forsbach, da er und sein Mitstreiter Jérémie Gnaedig die Nutzungsmöglichkeiten in dem Industrieleerstand erprobten. Ein "künstlerisches Produktionshaus" würde er am liebsten daraus machen wie den Trafo in Jena etwa, wo nicht nur Ausstellungen und Konzerte stattfinden, sondern auch Bands ihre Probenräume und Künstler ihre Ateliers haben sollten. Danach sieht es freilich gerade nicht aus, die Stadt will das Kesselhaus zwar weiter betreiben, ein Ausbau allerdings ist aus finanziellen Gründen nicht vorgesehen, wie eine Sprecherin sagt.

Bleibt also zunächst das Festival, das von Stadt, Land, Bund und sogar international gefördert wird. Das Programm ist exklusiv und für Bamberg zumindest überraschend. Die US-Musikerin Moor Mother etwa ist dabei (16. Juli), die als die lyrische Stimme des Afrofuturismus beschrieben wird und in dem Jahr nur eine Handvoll Konzerte in Deutschland spielt. Die südafrikanischen Künstler Desire Marea und Fela Gucci bespielen mit ihrem queeren Projekt FAKA einen Abend (13. Juli), und den Anfang macht am Freitag die kanadische Geigerin Sarah Neufeld. "Wir stellen einen gewissen Kontrast dar", sagt Veranstalter Forsbach, und so ist auch das Programm nicht gefällig. "Wir wollen die Wahrnehmung der Leute erweitern", sagt er. Nicht viele Gäste will er anziehen, sondern solche, die etwas Besonderes erleben wollen. Und das sei der Auftritt in Bamberg auch für die Künstler, die sonst eher in Großstädten unterwegs sind. Im Kesselhaus treten sie vor maximal 150 Leuten auf, mehr passen nicht hinein. Das komplette Programm findet sich im Internet: www.franzkafkaverein.de