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Musik - Schwerin:Klassik-Festspiele legen für September neues Programm vor

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Schwerin (dpa/mv) - Die Corona-Schutzbestimmungen zwingen die Festspiele Mecklenburg-Vorpommern, auch ihr Konzertprogramm für den letzten Festspiel-Monat abzuspecken und an die Maßgaben anzupassen. So soll es vom 1. bis zum 12. September nun 30 Konzerte unter Pandemie-Bedingungen vor kleinerem Publikum geben, wie die Organisatoren am Mittwoch in Schwerin mitteilten. Das für den 5. September mit bis zu 3000 Besuchern geplante Gastspiel des Ausnahme-Geigers Nigel Kennedy im Landgestüt Redefin war bereits Mitte Juli abgesagt worden. Er sollte in der Reihe "Weltstars in Redefin" in der dortigen Reithalle spielen. Dieses Konzert soll nun in der nächsten Sommerspielzeit nachgeholt werden

"Wir wollen weitermachen, Kultur muss es weiter geben", betonte die designierte Festspiel-Intendantin Ursula Haselböck. Die anhaltenden Corona-Schutzmaßnahmen seien für die Veranstalter zwar eine enorme Herausforderung. Doch habe sich auch gezeigt, dass die Festspiele Mecklenburg-Vorpommern einen großen Rückhalt hätten. Mit dem neu aufgelegten Programm der September-Konzerte könne der Festspielsommer 2020 nun noch angemessen ausklingen. So spielen Streichquartette auf Rügen, in Parchim gibt es Kammermusik mit der Geigerin Viviane Hagner und das Vokaloktett des Dresdner Kreuzchores singt in der Rostocker Nikolai-Kirche und im Schweriner Dom.

Die Karten für die ursprünglich im September vorgesehenen Konzerte müssen laut Mitteilung zurückgeben werden. Doch könnten bisherige Kartenbesitzer über das Online-Formular exklusiv Tickets für die neuen Konzerte bestellen. Der allgemeine Vorverkauf starte am Montag, dem 17. August.

Ursprünglich waren für den Festivalsommer vom 13. Juni bis zum 20. September 149 Konzerte und 24 Begleitveranstaltungen geplant. Mit insgesamt knapp 100 000 Besuchern im Jahr gehören die Festspiele zu den bundesweit größten Klassikfestivals. Kernstück ist dabei die dreimonatige Sommersaison mit Konzerten in Herrenhäusern, Schlössern, Kirchen, Parks und Werkhallen.

Wegen des Verbots von Großveranstaltungen und dem deshalb stark reduzierten Konzertangebot rechnen die Veranstalter für diesen Sommer nur mit einem Bruchteil der sonst üblichen Besucherzahlen und damit auch deutlich geringeren Einnahmen. Sponsoren und Spender zahlten nach Angaben der Festspiel-Leitung bislang rund 815 000 Euro in einen privaten Rettungsschirm-Fonds ein. Ziel sei eine Million Euro.

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