Hamburg (dpa/lno) - Sopranistin Camilla Nylund hat in der Staatsoper Hamburg in der Neuproduktion von Dmitri Schostakowitschs Oper „Lady Macbeth von Mzensk“ in der Titelrolle der Katerina brilliert. Bei der Premiere am Sonntag spürte sie das Seelenleben der Protagonistin bis in die feinsten Nuancen nach - Nylund ließ ihre Stimme in allen Registern leuchten und blühen.
Während Schostakowitsch die Hauptfigur differenziert zeichnet, wirken die übrigen Figuren eher eindimensional. Dem übergriffigen Schwiegervater ließ Bass Alexander Roslavets ein beeindruckendes Rollenporträt angedeihen. Der Tenor Dmitry Golovnin verkörperte den Frauenheld Sergej, an den Katerina ihr Herz verliert und ihren Verstand dazu, als waschechten Zyniker.
In den Hauptrollen bot die Staatsoper hervorragende Stimmen auf. Auch in der Personenführung konnte Regisseurin Angelina Nikonova überzeugen. Kent Nagano und das Philharmonische Staatsorchester begleiteten sensibel und farbenreich, auch mit der nötigen Schärfe für die vielen satirisch-grellen Stellen. Vom Premierenpublikum bekamen sie dafür schon nach der Pause die ersten Bravorufe.
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