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Musik - Berlin:Die Ärzte: Unbeabsichtigt ganz neues Publikum erschlossen

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Hamburg/Berlin (dpa) - Mit ihrem gefeierten Unplugged-Konzert für das Album "Rock'n'Roll-Realschule" hat die Berliner Punkband Die Ärzte ihre Fanbasis nach eigener Einschätzung damals deutlich erweitert. "Rückblickend haben wir uns völlig unbeabsichtigt damit ein ganz neues Publikum erschlossen", sagte Gitarrist Farin Urlaub der Deutschen Presse-Agentur.

"Für viele Leute waren wir ne Krachband, Punk und so. Und nach dem Unplugged merkten manche von denen: Die können ja richtig spielen", sagte der 58-Jährige. "Da gab es auf einmal Menschen, die uns quasi zum ersten Mal wahrgenommen haben."

Das berühmte Konzert, im Hamburger Albert-Schweitzer-Gymnasium für den Musiksender MTV aufgezeichnet, jährt sich am 31. August zum 20. Mal. Damals waren Die Ärzte nach Herbert Grönemeyer und den Fantastischen Vier erst der dritte deutschsprachige Act, der für MTV-Unplugged ein Konzert der legendären Serie aufnehmen konnte.

In der Band-Geschichte nimmt das Konzert aus Sicht der Musiker bis heute eine Sonderposition ein. "Das war mit Abstand das längste Konzert unseres Daseins. Fünf oder sechs Stunden, eine wirklich unfassbar lange Zeit", sagte Farin Urlaub. Schlagzeuger Bela B: "Wir haben aber teilweise auch so lange gebraucht, weil wir technische Probleme hatten." Das bot viel Raum für Improvisation. ""Umbaupause" ist einer unserer größten spontan entstandenen Hits", sagte der 59-Jährige der dpa.

Der zeitliche Aufwand floss auch in die Songs, die für das Konzert von Bassist Rodrigo "Rod" González (54) zusammen mit dem Musiklehrer der Schule, Jochen Arp, für Chor und Orchester arrangiert wurden. "Jeder Song hat so viel Liebe und Aufmerksamkeit und Ideen bekommen", sagte Farin Urlaub. Bela B: "Das zeichnet Die Ärzte meiner Meinung nach aus, wir gehen gerne auch den komplizierten Weg statt den einfachen", so der Schlagzeuger. "Wir haben länger mit dem Schulorchester geprobt, weil es eben auch Schüler waren und keine abgeklärten Orchester-Dudes, denen man einfach die Noten hinlegt, wie es bei den meisten Unplugged-Konzerten üblich war. Deshalb war das aber auch so was ganz Besonderes."

© dpa-infocom, dpa:220826-99-520307/2

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