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Musical:Thriller um Michael Jackson

Die Nachlassverwalter von Michael Jackson klagen gegen die Show "Beat it!", die am Dienstag in Berlin ihre Weltpremiere haben soll.

Von Susanne Hermanski

Die Nachlassverwalter von Michael Jackson klagen gegen die Show "Beat it!", die am Dienstag in Berlin ihre Weltpremiere haben soll. Nach den sieben ersten Vorstellungen im Theater am Potsdamer Platz ist eine Tournee geplant mit 61 weiteren Abenden in ganz Deutschland, acht in Österreich und dreien in der Schweiz. Mehr als 50 000 Tickets sind bereits verkauft. Die Klage trifft die Cofo Entertainment Group mit Sitz in Passau, einen der führenden Veranstalter im deutschen Sprachraum. Sie ist bekannt für Shows wie "Falco - Das Musical", "Elvis - das Musical" und "All you need is Love - Das Beatles-Musical".

Auch "Beat it!" hat die Cofo zunächst als "Das Michael Jackson-Musical" beworben. Doch just das darf die Show nicht sein, wenn es nach der "Estate of Michael Jackson" geht, die in Deutschland der Anwalt Martin Diesbach vertritt. Er sagt: "Wir klagen auf Unterlassung, weil wir grundlegende Bedenken haben." So werde es beispielsweise 2020 eine große Broadway-Show über Jacksons Leben geben, die ebenfalls auf große Tour gehen soll. Die Handlung dafür schreibt derzeit bereits Lynn Nottage, die für ihre Dramen "Sweat" und "Ruined" zwei Pulitzer-Theaterpreise erhalten hat. Regie und Choreografie übernimmt der Tony-Award-Gewinner Christopher Wheeldon.

Der deutsche Veranstalter und die Jackson-Nachlassverwalter liegen seit Ende vergangenen Jahres im Clinch um "Beat-it!". Auch die Gema ist involviert. Denn der Cofo-Chef und Produzent Oliver Forster vertritt den Standpunkt, dass er nicht auf die Zustimmung der Nachlassverwalter angewiesen sei, weil er lediglich die Nutzung von Jacksons Musik über die Gema abzurechnen habe. Aus juristischer Sicht gälte dies in der Tat, sofern "Beat it!" eher einem Konzert entspräche und nicht etwa über eine Spielhandlung verfügt. Wie die Gema dies einschätzt, wird sich erst nach der Uraufführung in der nächsten Woche zeigen.

"Die Premiere ist in keinem Fall gefährdet", sagt Cofo-Anwalt Hermann-Josef Omsels. Dass ein Gericht vor der Aufführung über die Klage entscheidet, ist aus Zeitgründen ausgeschlossen. Auf der Homepage für "Beat it!" ist mittlerweile von einer "Tribute-Show" die Rede. Aber auch um solche gab es schon juristische Auseinandersetzungen.

© SZ vom 24.08.2018

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