Neuer Museumsdirektor Okwui Enwezor wird Chef im Haus der Kunst

Hochrangige Nachfolge für Chris Dercon: Okwui Enwezor wird neuer Direktor im Münchner Haus der Kunst. Der noch in New York lebende Nigerianer leitete 2002 die Documenta in Kassel.

Nach langem Warten bekommt das Haus der Kunst in München einen neuen Leiter. Bayerns Kunstminister Wolfgang Heubisch (FDP) will am heutigen Mittwoch den Nachfolger von Chris Dercon vorstellen, der an die renommierte Tate Modern nach London wechselt. Nach Angaben des Kunst-Hauses wird Dercon im April seine Stelle in London antreten, im September aber noch eine Ausstellung in München betreuen. Erst danach wird sein Nachfolger offiziell das Amt antreten.

Das Archivbild von 2002 zeigt Okwui Enwezor als damaligen künstlerischen Leiter der Documenta 11. Nach seiner Auffassung sollte die Kasseler Kunstschau damals ihren Horizont erweitern und Kontakt mit der Welt aufnehmen.

(Foto: DPA)

Neuer Chef im Haus der Kunst wird der Nigerianer Okwui Enwezor. Das Haus der Kunst gab die Personalie am Mittwoch offiziell bekannt und bestätigte damit entsprechende Medienberichte.

Der in New York lebende 47-Jährige hatte 2002 die Documenta in Kassel geleitet - und darauf Wert gelegt, dass die Kasseler Kunstschau ihren Horizont erweitere und Kontakt mit der Welt aufnehme. Zuletzt tat er sich in Ulm mit einer Schau hervor, die afrikanische Fotografie mit August Sanders Porträtaufnahmen konfrontierte.

Das Haus der Kunst blickt auf eine lange und auch dunkle Geschichte zurück. Unter Hitler erbaut, wurde es als "Haus der Deutschen Kunst" zum Sinnbild für die Unterdrückung von Künstlern, deren Kunst als "entartet" diffamiert wurde. Einmal im Jahr fand dort während der NS-Zeit die "Große Deutsche Kunstausstellung" statt.

Unter Dercon widmete sich das Haus verstärkt der Aufarbeitung dieser Vergangenheit. Auf sein Konto gehen auch der Umbau und die Eröffnung des lange verschlossenen historischen Archivs. Er hatte das Haus seit 2003 geleitet.

Was guckst Du?

mehr...