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Multikulti:Umgerüstet

Conor McDermottroes Kultur- Clash-Komödie "Halaleluja" lässt pakistanisch-islamische Frömmigkeit auf irischen Katholizismus treffen.

Orientalische Bauchtänzerinnen zur Eröffnung eines neuen pakistanischen Halal-Fleischbetriebes, im katholischen Irland? Keine gute Idee! Und wie ist das mit den Frauen? Dürfen sie arbeiten? Müssen sie verhüllt sein? Wem ist was erlaubt und verboten? Überhaupt geht beim fröhlichen Clash der Kulturen und Generationen im kleinen Küstenort Sligo allerhand wild durcheinander.

In dieses idyllische, aber auch ein wenig weltfremde Örtchen kommt der junge Raghdan (Nikesh Patel) zu Beginn von "Halaleluja - Iren sind menschlich!" Er flüchtet vor den Verheiratungsplänen seines konservativen Vaters. Während er sich noch damit abmüht, die Traditionen seiner Herkunft mit dem Leben in einer bunten Clique von kiffenden Surfkumpels, mit neuer Freundin und deren gerade arbeitslos gewordenem Vater (Colm Meany) zu versöhnen, kommt sein "Halal Daddy" mit einem hinterlistigen Plan. Zum Geburtstag übergibt er ihm die gerade pleite gegangene Fleischfabrik des Ortes, die er auf Halal umrüsten soll.

Zwischen Arbeitslosigkeit, Generationskonflikt, Selbstfindungsnöten und Liebeskummer zwingt die Not alle Beteiligten zur Annäherung. Im Fleischbetrieb geht das nicht wirklich auf, dafür aber in der flugs gegründeten Hippie-Kooperative, in der sich alles zum bunten Mix bündeln lässt. Zwischen Fassungslosigkeit und zärtlicher Sympathie blickt Conor McDermottroe auf seine Heimat. Das ist ganz charmant, aber im Komödiengeplänkel auch ein wenig harmlos.

Halal Daddy, Irland, Frankreich, D 2017 - Regie: Conor McDermottroe. Buch: McDermottroe, Marc O'Halloran. Kamera: Mel Griffith. Mit: Nikesh Patel, Colm Meany, Sarah Bolger, David Kross, Art Malik, Deirde O'Kane. Verleih: Koch Film, 94 Minuten.

© SZ vom 21.06.2018

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