Münchens letzter Henker:Mit scharfer Klinge

Lesezeit: 12 min

Schwert Henkerschwert

Das etwa 200 Jahre alte Richtschwert der Familie der Autorin. Der Griff ist aus Rochenhaut.

(Foto: Julian Baumann)

Der Urururgroßvater unserer Autorin war der letzte Henker der Stadt München, sein Schwert ist noch immer im Familienbesitz und steht auf dem Dachboden. Zeit, ein dunkles Familiengeheimnis zu lüften.

Text von Eva Lindner, SZ-Magazin

Auf dem Dachboden meiner Eltern steht ein Schwert. Das Haus war einst, als sie noch lebte, das Haus meiner Großmutter. Seit ich denken kann, lehnt das Schwert unter der Dachschräge zwischen den Gartenzwergen meiner Mutter, Balduin und Ferdinand. Daneben steht mein altes Barbie-Wohnmobil in kreischendem Pink. Dazu eine Kiste voller Rohrteile meines Vaters, von denen er sagt, man wisse nie, ob man sie irgendwann einsetzen könne. Das Schwert - der Griff vergoldet, die Klinge glänzend - wirkt wie aus der Zeit gefallen. Als hätte ein Kämpfer aus der Vergangenheit es nach einer Schlacht hier vergessen.

SZ-Plus-Abonnenten lesen auch:
Die Performerin und Choreografin Florentina Holzinger
Kunst
»Sich über Scham hinwegzusetzen hat etwas Ermächtigendes«
Juristenausbildung
In Rekordzeit zur schwarzen Robe
Covid-19
30 Jahre alt - und das Immunsystem eines 80-Jährigen?
Woman  holds on to a sore knee after jogging; Knie Schoettle MAgazin Interview
Gesundheit
"Eine gute Beweglichkeit in der Hüfte ist das Beste für Ihr Knie"
Young man have bath in ice covered lake in nature and looking up.; Kaltwasserschwimmen
Gesundheit
"Im kalten Wasser zu schwimmen, ist wie ein sicherer Weg, Drogen zu nehmen"
Zur SZ-Startseite